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Textiltechnik

Leiterstich

Englisch: ladder stitch

Eine Stichweise zum Schließen von Nähten, bei der der Faden abwechselnd durch beide Seiten verläuft.

Leiterstich: unsichtbare Nahtschließung für Füllgüter

Der Leiterstich ist eine von Hand genähte Nahtschließung, die den Faden vollständig in der Stofffalte verbirgt und bei korrekter Ausführung auf Vorder- und Rückseite unsichtbar ist. Er funktioniert, indem der Faden abwechselnd durch die gefalteten Kanten zweier Stoffteile läuft und dabei einen leiterartigen Pfad erzeugt, der die Öffnung von innen heraus zuzieht. Dieser Stich ist grundlegend in der Weichwarenfertigung, besonders zum Schließen von Öffnungen in Kissen, Polstern, Plüschtieren und Polstermöbeln nach dem Füllen.

Die Mechanik ist unkompliziert, verlangt aber Präzision. Eine Nadel sticht in eine gefaltete Stoffkante ein, läuft etwa 6 bis 12 Millimeter innerhalb der Falte, tritt aus und geht direkt in die gegenüberliegende gefaltete Kante. Der Faden läuft dann eine gleiche Strecke in dieser Falte, bevor er zurückgeht. Nach jedem zweiten oder dritten Leiterstich wird der Faden straff gezogen, um die Öffnung zusammenzuziehen. Der Stich funktioniert nur bei Nähten, bei denen beide Kanten sauberzufalten sind, daher kommt er fast ausschließlich bei Öffnungen vor, die absichtlich während der Konstruktion offen gelassen werden.

Die Fadenauswahl ist erheblich. Polyesterfaden in Polsterqualität (typischerweise 40er bis 50er Stärke) hält der Zugspannung stand, ohne zu reißen. Leichtere Fäden reißen beim Verschließen, und schwere Fäden erzeugen sichtbare Dellen. Die Nadelgröße liegt zwischen 7 und 10, je nach Stoffgewicht; feine Stoffe verlangen kleinere Nadeln, um Einstichspuren zu vermeiden.

Wo er versagt und wie man es umgeht

Der Leiterstich versagt bei ungleichmäßigen Nahtzugaben, bei übermäßigem Ausfransen des Stoffs oder wenn die Öffnungskanten vor dem Verschließen nicht genau aufeinander abgestimmt sind. Bei empfindlichen Stoffen wie Seide oder dünnen Baumwollmischungen kann der Stich bei ungleichmäßiger Spannung zu Faltenbildung führen. Bei schweren Materialien wie Leinen oder dichtem Polsterstoff kann die Nadel brechen oder verbiegen. Viele Produktionsbetriebe verwenden den Leiterstich nur für kleine, zugängliche Öffnungen; größere Verschlüsse oder Hochgeschwindigkeitsbetriebe setzen eher auf Überwendlichstich oder maschinennähte, die mit Zierborte oder Besatz verdeckt werden.

Der Name spiegelt das buchstäblich leiterartige Muster wider, das der Faden unter Vergrößerung oder auf locker gewebtem Stoff erzeugt, wo der Pfad vorübergehend sichtbar bleibt, bevor die Öffnung sich vollständig schließt. Industriebetriebe nutzen den Leiterstich selten in der Primärkonstruktion, weil er nicht mechanisierbar ist und geschickte Handarbeit erfordert. Er bleibt jedoch Standard in maßgefertigter Polsterung, hochwertigerPlüschtierherstellung und überall dort, wo Nahtlosigkeit ein Qualitätsstandard ist, der nicht kompromittiert werden darf.

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