Stützfüße
Englisch: landing gear
Zweibeiniger Ständer an der Vorderseite unter einem Anhänger, um diesen beim Abkuppeln von der Zugmaschine waagerecht zu halten.
Stützvorrichtung: das Bein des Anhängers, wenn der Zugmaschine auskuppelt
Die Stützvorrichtung ist ein mechanisches Stützsystem, das auf der Unterseite eines Sattelanhängers in der Nähe seiner Vorderseite montiert ist und den Anhänger stabil und eben hält, wenn er von einer Zugmaschine abgekuppelt wird. Wenn ein Anhänger geparkt oder zur Abholung bereitgestellt wird, senkt sich die Stützvorrichtung über hydraulische oder manuelle Schraubenspindeln ab, um auf dem Boden aufzusetzen. Dadurch wird das Gewicht des Anhängers vom Königzapfen auf ein festes Fundament verlagert, was ein Abkippen oder Umstürzen verhindert.
Die Vorrichtung besteht aus zwei vertikalen Beinen oder Pfosten, die jeweils mit einem Schraubenmechanismus ausgestattet sind, der normalerweise durch eine Handkurbel oder eine angetriebene Pumpe betätigt wird. Standardstützvorrichtungen fahren etwa 30 bis 60 cm aus und müssen Anhängergewichte zwischen 4500 und 13600 kg tragen, je nach Anhängertyp und Ladung. Die Beine sind normalerweise an einen Rahmenträger geschweißt oder verschraubt, der sich über die gesamte Breite des Anhängers erstreckt und die Last gleichmäßig auf beide Stützpunkte verteilt.
Varianten und Bedienung
Ältere Anhänger haben manuelle Stützvorrichtungen mit einer direkten mechanischen Handkurbel, die eine Gewindespindel betätigt und die Fußplatten senkt oder hebt. Moderne Systeme nutzen Druck- oder Hydraulikaggregat, die die Spindeln ferngesteuert antreiben, entweder über die Druckluftanlage der Zugmaschine oder ein unabhängiges Kompressorsystem, das am Anhänger selbst montiert ist. Einige Drucksysteme sind mit dem Stromnetz der Zugmaschine verbunden und ermöglichen ein sanftes, synchrones Senken beim Auskuppeln.
Rost, verbogene Beine und eingefrorene oder abgenutzte Schraubengewinde sind häufige Feldschäden, besonders bei Anhängern, die Salz oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Eine eingefrorene oder beschädigte Stützvorrichtung ist ein Betriebsrisiko: Der Anhänger kann nicht sicher geparkt oder beladen werden, und wenn er unter Last verrutscht oder zusammenbricht, wird er zur Unfallquelle. Regelmäßiges Schmieren und Überprüfen der Schraubenmechanismen und Fußplatten helfen, Schäden zu vermeiden und das System funktionsfähig zu halten.
Der Begriff "Stützvorrichtung" ist von der Luftfahrt übernommen, wo ähnliche ausfahrbare Stützstrukturen Flugzeuge am Boden stabilisieren. Im Lastkraftverkehr spiegelt der Name die Aufgabe wider: Die Vorrichtung ermöglicht es dem Anhänger, sicher ohne die Zugmaschine zu "landen" und eben auf festem Boden aufzuruhen, statt schief auf dem Königzapfen zu sitzen oder zur Seite zu kippen. Sie ist notwendige Ausrüstung auf jedem Anhänger, der länger als nur kurz ohne Zugmaschine betrieben wird.