Landsale
Englisch: landsale
Direktverkauf von Kohle vom Bergwerk an den Kunden, transportiert auf der Straße.
Landsale: Kohle, die direkt von der Grube per Lastwagen an den Käufer verkauft wird
Landsale ist Kohle, die direkt von einer Zeche an einen Endkunden verkauft und per Lastwagen über die Straße transportiert wird, nicht per Bahn oder Wasserweg. Der Begriff beschreibt sowohl die Geschäftstransaktion als auch die damit verbundene Lieferkette: Die Grube verkauft ihre Förderung ohne Zwischenhändler, und der Käufer erhält sie per Lastkraftwagen. Das unterscheidet sich von Verkäufen ab Zeche an Händler oder Vermittler und vom Transport von Kohle zu entfernten Märkten über Bahngleise oder Schiffskähne.
Landsales waren am häufigsten in Kohlerevieren in der Nähe von Ballungsräumen oder Industriestandorten verbreitet, wo der Straßentransport wirtschaftlich war und die Kunden nahe genug für direkte Lieferungen lagen. In der britischen Bergbauindustrie galt das besonders für kleinere Zechen, die Kraftwerke, Stahlwerke oder Gasfabriken in der Nähe belieferten, sowie für Gruben mit lokalen Kohlehandlungen. Diese Vereinbarung senkte die Umschlagskosten und verschaffte der Zeche direkten Kundenkontakt, erforderte aber zuverlässige Speditionen und gute Straßenanbindung von der Zeche.
Kaufmännischer und betrieblicher Hintergrund
Landsale-Verträge regelten in der Regel Kohlesorte, Menge, Lieferschema und Preis, oft auf kurzfristiger Grundlage statt mit langfristigen Abmachungen. Die Zeche trug Verantwortung für Kohlequalität und Gewicht, aber der Käufer übernahm Kosten und Risiken des Straßentransports. Anders als bei Verkäufen ab Zeche, bei denen der Händler in großen Mengen abholte, erforderte Landsale von der Zeche oder dem Spediteur die Verwaltung mehrerer kleinerer Lieferungen an verschiedene Orte, was arbeitsintensiv war und von der Fahrzeugverfügbarkeit abhing.
Der Begriff gehört zur Infrastruktur der Kohlereviergeografie. Da Eisenbahnen den Kohletransport während des gesamten 20. Jahrhunderts dominierten, waren Landsales immer zweitrangig gegenüber bahngestützten Märkten. Für Zechen in ländlichen Gegenden mit schlechter Bahnanbindung waren sie jedoch lebenswichtig, ebenso für die Belieferung von Kunden, die zu klein oder zu weit entfernt waren, um Eisenbahnwaggons zu rechtfertigen. Der Straßentransport bot auch Flexibilität: Ein Landsale-Kunde konnte Kohle innerhalb weniger Tage bestellen und erhalten, während die Eisenbahn Konsolidierung und Planung erforderte.
Die Landsale-Mengen sanken nach den 1960er Jahren stark ab, als die Straßentransportkosten stiegen, Zechen zentralisiert wurden und die Kohlenachfrage selbst einbrach. Der Begriff ist heute historisch und wird in Bergbaudokumenten und im Kontext von Industriedenkmälern verwendet, um Handelsmuster vor der Schließung von Zechen zu beschreiben, nicht aktuelle Praktiken.