kryptokritallin
Englisch: cryptocrystalline
Dessen kristalline Struktur nur bei starker Vergrößerung erkennbar wird.
kryptokristallin: Kristalle zu klein zum Sehen ohne Vergrößerung
Ein kryptokristallines Material hat eine kristalline Struktur aus so feinen Körnern, dass die einzelnen Kristalle mit bloßem Auge unsichtbar sind und selbst unter einem Standard-Lichtmikroskop verborgen bleiben. Nur die Rasterelektronenmikroskopie oder Röntgenbeugung offenbaren das zugrunde liegende Kristallgitter. Dies unterscheidet kryptokristalline Minerale von gläsern oder echten amorphen Feststoffen, denen jede geordnete Atomstruktur völlig fehlt.
Im Bergbau und in der Mineralaufbereitung sind kryptokristalline Varietäten häufig und kommerziell bedeutsam. Chalzedon, Hornstein, Feuerstein und Achat sind kryptokristalline Formen von Quarz mit typischen Kristallkorngößen zwischen 1 und 100 Mikrometern. Kryptokristalline Diamanten, die unter bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen entstehen, bestehen aus zufällig orientierten Diamantkörnern, die zusammengefügt sind und ein Material bilden, das zäher ist als Einkristall-Diamant, aber etwas geringere Härte aufweist. Industrielle Diamantbeschichtungen und Schneidwerkzeuge nutzen diese kryptokristalline Struktur häufig.
Eigenschaften und Verhalten
Kryptokristalline Materialien verhalten sich anders als ihre grobkörnigen Entsprechungen. Die winzige Korngröße und große innere Oberfläche können sie chemisch reaktiver, weniger zäh gegenüber Stoßbeanspruchung und anfällig für Feuchtigkeitsaufnahme machen. Kryptokristalline Kieselsäurestaub stellt ernsthafte Atemwegsgefahren dar, da die kleinen Partikel tief in das Lungengewebe eindringen. Die Härte bleibt hoch, aber die Zähigkeit variiert je nach Korngrenzenfestigkeit und Porenvolumen.
Der Begriff stammt aus dem Griechischen kryptos, was verborgen bedeutet, kombiniert mit kristallin. Das Präfix weist darauf hin, dass die Kristallstruktur wirklich vorhanden ist, aber der Beobachtung verborgen bleibt. Dies unterscheidet das Material von Substanzen, die unter niedriger Vergrößerung nur kryptokristallin erscheinen, sich aber bei genauerer Betrachtung als amorph erweisen.
Bei Abbauoperationen beeinflusst die Unterscheidung zwischen kryptokristallinem Erz und anderen Silikatphasen die Aufbereitungsstrategie. Flotation, Schwerkrafttrennung und magnetische Konzentration funktionieren alle unterschiedlich, je nachdem ob Zielmineral in grob- oder feinkörniger Form vorhanden ist. Zerkleinerung und Mahlung können die scheinbare Kristallinität von Proben, die zur Assayierung eingesendet werden, verändern, weshalb die Probenvorbereitung für eine genaue Mineralcharakterisierung entscheidend ist.