Anchimonomineral
Englisch: anchimonomineral
Besteht fast vollständig aus einem Mineral.
Anchimonomineral: Gestein, das fast reines Einzelerz ist
Ein Anchimonomineral-Gestein oder eine Lagerstätte wird von einer einzelnen Mineralart beherrscht, die typischerweise 90 Prozent oder mehr der Gesamtmasse ausmacht. In der Praxis bedeutet das, dass sich der Erzkörper verhält, als wäre er beinahe monomineralisch, obwohl Spurenmengen anderer Mineralien vorhanden sind. Der Begriff ist besonders wichtig in der Bergbaugeologie bei der Beurteilung der Erzqualität und Aufbereitungsstrategie, da sich ein Gestein mit 95 Prozent Magnetit völlig anders zerkleiner, mahlen und konzentrieren lässt als eines mit 70 Prozent Magnetit vermischt mit Feldspat und Kieselsäure.
Der Unterschied ist betrieblich bedeutsam, weil Anchimonomineral-Lagerstätten einfachere Aufbereitungsflussdiagramme erfordern. Ein magnetitdominiertes Erz kann oft durch einfache Magnetscheidung aufgewertet werden; ein echtes gemischtes Silikat-Magnetit-Erz könnte Flotation, Schwerkraft- und Magnetscheidung hintereinander benötigen, was Kosten erhöht und Ausbeutesverluste verursacht. Hämatit-, Kupfer-Chalkopyrit- und goldhaltiges Quarzlagerstätten werden häufig als anchimonomineral beschrieben, wenn eine Phase die Erzqualität eindeutig dominiert. Umgekehrt fallen polymetallische oder disseminierte Lagerstätten in diese Kategorie nicht, weil kein Mineral dominiert.
Zusammensetzung und geologischer Kontext
Anchimonomineral-Lagerstätten entstehen unter spezifischen geologischen Bedingungen: Kontaktmetamorphose um magmatische Intrusionen, hydrothermale Verdrängung von begünstigten Nebengesteinen oder primäre magmatische Kristallisation. Magnetit-dominante Eisenskarns sind klassische Beispiele, ebenso wie viele Wolfram- und Molybdän-Lagerstätten, bei denen Scheelit beziehungsweise Molybdänit den Erzwert kontrollieren. Der beinahe monomineralische Charakter spiegelt in der Regel ein einzelnes, dominierendes Mineralisationsereignis statt mehrerer überlagernder Phasen wider.
Das Präfix anchi- stammt aus dem Griechischen und bedeutet "beinahe" oder "fast", unterscheidet diese Lagerstätten von echten monomineralischen Vorkommen und räumt ein, dass vollständige Reinheit selten vorkommt. Ein Magnetit-Erzkörper mit 92 Prozent Fe-Oxid plus 8 Prozent Silikat- und Karbonatberge ist anchimonomineral; einer mit 65 Prozent Magnetit nicht. Diese Einteilung leitet die anfängliche Minenplanung und das Mühlendesign: Anchimonomineral-Betriebe gehen normalerweise von höheren Konzentratgraden und schnellerem Durchsatz pro Tonne geförderten Erzes aus.
Feldgeologen nutzen die Anchimonomineral-Bezeichnung, wenn sie entscheiden, ob eine Lagerstätte als einfaches Zwei-Produkt-System (Erz und Berge) oder als komplexes Mehrphasen-Ziel behandelt werden soll. Der Begriff ist in der Handelssprache weniger verbreitet als in wissenschaftlichen geologischen Arbeiten, taucht aber in geologischen Berichten, Erzreservate-Aussagen und Machbarkeitsstudien zur Aufbereitung auf. Zu verstehen, ob eine Lagerstätte anchimonomineral oder polymetallisch ist, ist die erste Frage, die ein Bergbauingenieur beantworten muss, bevor er den Aufbereitungskreislauf wählt und die Konzentratqualität vorhersagt.