Line Card
Englisch: line card
Modulare elektronische Schaltung auf separater Platine, die sich mit einem Telekommunikations-Zugangsetz verbindet.
Leitungskarte: die Steckkarte, die dein Netzwerk mit der Außenwelt verbindet
Eine Leitungskarte ist eine austauschbare Schaltplatte, die in einem Telekommunikationsschalter, Router oder Zugangsgerät sitzt und die physische Verbindung zwischen deinem internen Netzwerk und externen Schaltungen herstellt. Jede Karte enthält die Signalisierungs-, Wandlungs- und Steuerlogik, die zum Verwalten eines bestimmten Verbindungstyps erforderlich ist: Sprachleitungen, T1/E1-Verbindungen, Glasfaserschnittstellen oder DSL-Verbindungen. Die Karte wird in eine Rückwandplatine oder ein Chassis gesteckt, die Stromversorgung, Timing und einen Datenpfad zur Schaltmatrix bereitstellt. Ohne Leitungskarten hat die Hauptschalteinheit keine Möglichkeit, die Außenwelt zu erreichen.
Leitungskarten gibt es in vielen Ausführungen, weil Netzwerke viele verschiedene physische Schnittstellen nutzen. Eine Sprachleitungskarte kann 24 oder 48 analoge Telefonieverbindungen durch Hybridschaltungen verwalten, die zwischen Audio- und digitalen Signalen umwandeln. Eine Verbindungskarte verwaltet T1- (1,544 Mbps) oder E1-Schaltungen (2,048 Mbps), die digitale Punkt-zu-Punkt-Kanäle sind. Einige Karten arbeiten mit Glasfasern und enthalten Transceiver für verschiedene Wellenlängen und Entfernungen. DSL-Karten enthalten das analoge Front-End und die Tonerzeugungselektronik, die benötigt wird, um Daten über Kupfertelefonleitungen zu übertragen. Jeder Typ erfordert unterschiedliche Halbleiter, Übertrager, Filter und Stecker.
Das modulare Design ermöglicht es Betreibern, Karten auszutauschen, ohne den gesamten Schalter abzuschalten. Eine fehlerhafte Sprachleitungskarte kann in Minuten ausgebaut, ersetzt und wieder eingesetzt werden. Die Kapazität kann durch das Hinzufügen neuer Karten zu leeren Steckplätzen erweitert werden. Diese Modularität war im Telefonnetz unverzichtbar, wo eine Betriebsunterbrechung Umsatzverluste und Vertrauenseinbußen bedeutete. Die Rückwandplatine bietet eine standardisierte mechanische Schnittstelle: einen Stecker mit Stromversorgungspins, Masse, Taktsignalen und seriellen oder parallelen Datenleitungen. Im Schalter erkennt ein Controller oder das Betriebssystem die neue Karte, lädt bei Bedarf Firmware herunter und aktiviert ihre Anschlüsse.
Häufige Ausfallarten und Einschränkungen
Leitungskarten fallen aus, wenn die Transceiver-Chips überhitzen, wenn Lötstellen durch Temperaturwechsel reißen, wenn Signalintegritätsverschlechterung zu Bitfehlern führt, oder wenn die Firmware nicht mehr mit dem Hauptcontroller synchronisiert ist. Die Karten müssen in lauter elektrischer Umgebung zuverlässig arbeiten und bei Temperaturen zwischen 0 und 40 Grad Celsius unter typischen Rechenzentrumsbedingungen funktionieren. Hochgeschwindigkeitskarten (diejenigen mit Gigabit-Schnittstellen) benötigen sorgfältige Leiterplattenlayout-Planung, um Übersprecheffekte und Impedanzfehlanpassungen zu minimieren. Ältere Karten unterstützen möglicherweise nicht die neuesten Komprimierungs- oder Verschlüsselungsstandards, was sie unbrauchbar macht, auch wenn sie noch funktionieren.
Der Begriff Leitungskarte stammt von seiner Rolle als Schnittstelle zu Übertragungsleitungen. Bei der Telefonvermittlung hat die Leitung immer die Ortskabel oder Verbindung zwischen zwei Vermittlungsstellen bedeutet. Die Karte ist der Ort, an dem diese Leitung endet, umgewandelt wird und in die Schaltmatrix einspeist. Der Name blieb erhalten, als Netzwerke sich entwickelten, obwohl moderne Karten Paketdaten und drahtlose Verbindungen verarbeiten. Bei Carrier-Class-Equipment werden Leitungskarten nach Anschlussanzahl und Geschwindigkeit spezifiziert, ihre maximale Stromaufnahme, zulässiger Temperaturbereich und die Protokolle, die sie unterstützen. Die richtige Karte für deine Netzwerktopologie auszuwählen ist genauso wichtig wie die Dimensionierung der Rückwandplatine.