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Drucktechnik

Strichzeichnung

Englisch: line art

Kunstwerk zur Reproduktion in einer Volltonfarbe, im Gegensatz zu Werken mit Tönungen oder Schattierungen (Halbtonbilder) oder Mehrfarbdruck (Farbseparationen).

Strichgrafik: einfarbige Kunstwerke mit harten Kanten, ohne Tönung

Strichgrafik ist jedes Bild, das vollständig aus durchgehenden Linien, Formen und Flächen ohne Tonung oder Schattierung besteht. In der Industriedruckerei erscheint sie als reines Schwarz auf Weiß (oder die gewählte Vollfarbe auf dem Bedruckstoff), ohne zwischenliegende Grautöne, Raster oder Halbtonpunkte. Das macht sie zur einfachsten und wirtschaftlichsten Vorlage für Offsetdruck, Buchdruck, Flexodruck oder digitalen Druck, da keine Farbseparation oder Rasterweiten erforderlich sind.

Die technische Unterscheidung ist wichtig, weil Strichgrafik die Komplikationen der Halbtonreproduktion vermeidet. Eine Halbtonvorlage braucht ein Rastermuster, üblicherweise 150 bis 300 Linien pro Zoll je nach Papiereigenschaft und Druckmaschine, um Halbton durch unterschiedliche Punktgrößen nachzuahmen. Strichgrafik braucht das nicht. Eine schwarze Federzeichnung, eine mechanische Tintenlinie oder ein einfaches zweifarbiges Design gelten alle als Strichgrafik. Die Vorlage druckt oder druckt nicht; es gibt keinen Halbtonbereich, der erfasst oder verloren gehen könnte.

Übliche Quellen für Strichgrafik in der Produktion sind technische Zeichnungen, Schaltpläne, Typografie, Logos und Original-Holzschnitte oder Linolschnitte. Elektronisch wird Strichgrafik häufig in Vektorformaten gespeichert, bei denen Kurven mathematisch beschrieben werden, statt als Rastergrafik mit fester Auflösung. Diese Skalierbarkeit ist ein Grund dafür, dass Strichgrafik für Etiketten, Diagramme und Firmengrafiken über alle Branchen hinweg bevorzugt bleibt.

Praktische Grenzen und Arbeitsablauf

Strichgrafik erfordert dennoch klare, kontrastreiche Originale. Bleistiftskizzen, schwache blaue Richtlinien oder Fotografien trennen sich bei der Kamerafotografie oder beim digitalen Scannen nicht sauber; sie verschwinden entweder ganz oder ergeben unscharfe, unterbrochene Linien. Die Vorlage muss undurchsichtig und eindeutig sein. Bei klassischer Montage für den Offsetdruck würde ein Grafiker Photostat oder Tuscheelemente direkt auf ein Montageblatt kleben; in digitalen Arbeitsabläufen muss die Datei als echtes Schwarz-Weiß eingereicht werden, nicht als dunkles Grau.

Der Begriff bleibt Standard in der Druckerei bei Kalkulation und Jobvorgabe, obwohl sich die Unterscheidung zwischen Strichgrafik und Halbtondruck in moderner digitaler Gestaltung verwischt hat. Desktop-Software verleitet dazu, alle Bilder als Halbton zu behandeln. Dennoch beziehen sich Druckkunden immer noch auf Strichgrafik, weil der Kosten- und Qualitätsunterschied zwischen einfarbiger Strichreproduktion und gerasterter oder separierter Farbwiedergabe erheblich ist und die Wahl Maschineneinrichtung, Filmkosten und Proofabläufe beeinflusst.

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