LOS
Abkürzung für Loss of Signal (Signalverlust).
LOS: wenn das Signal ohne Warnung verschwindet
Loss of Signal (LOS) ist der Zustand, in dem ein Kommunikationskanal, eine Lichtwellenleiterfaser oder eine drahtlose Verbindung keine erkennbaren Daten mehr überträgt. In der Elektrotechnik ist LOS kein Ausfallmodus, sondern ein Zustand: Die Ausrüstung erkennt das Fehlen eines erwarteten Signals und reagiert gemäß ihrer Programmierung. Das Signal selbst kann ein HF-Träger, eine modulierte Basisbandsignalform oder in Lichtwellenleitersystemen ein kontinuierlicher Lichtstrom sein. Wenn LOS auftritt, kann die empfangende Ausrüstung keine verwertbaren Informationen extrahieren und geht typischerweise innerhalb von Millisekunden in einen Fehlerzustand über.
Die praktische Bedeutung von LOS hängt vollständig vom Kontext ab. In einem Lichtwellenleitertransportsystem mit 10 Gbps bedeutet LOS, dass die Photodiode kein Licht über einem Schwellwert empfängt, üblicherweise etwa 20 bis 30 Prozent der Nennleistung. In Mobilfunkbasisstationen bezieht sich LOS auf den Verlust der Synchronisierung mit dem Referenztaktsignal oder dem Backhaul-Signal. In analogen HF-Systemen beschreibt LOS die Abwesenheit einer Trägerfrequenz innerhalb der Empfängerbandbreite. Jedes System definiert seinen eigenen Erkennungsschwellwert und seine eigene Alarmzeitskala.
Erkennung und Reaktion
Moderne Ausrüstung erkennt LOS automatisch. Lichtwellenleitertechnik-Empfänger verfügen über optische Leistungsmonitore, die einen Alarm auslösen, wenn die Lichtintensität unter einen konfigurierbaren Schwellwert fällt, typischerweise innerhalb von ein bis zehn Millisekunden. In digitalen Systemen überwacht ein LOS-Detektor den eingehenden Bitstrom und erklärt LOS, wenn er das erwartete Muster oder die Taktflanke für eine festgelegte Dauer nicht stabilisieren kann, oft 32 bis 256 Bitperioden. Die Ausrüstung reagiert auf LOS häufig, indem sie ein lokales Fehlersignal erzeugt, die Übertragung nachgelagert unterbricht oder zu einem Sicherungskanal wechselt.
Die eigentliche Auswirkung von LOS ist nicht der Zustand selbst, sondern die Kaskade, die er auslöst. Ein einzelner Faserbruch oder ein Transceiver-Ausfall erzeugt LOS am Empfängerende. Wenn dieser Empfänger Teil einer Kette ist, die Taktreferenzsignale an mehrere Transceiver überträgt, können diese Slave-Einheiten selbst sekundäre LOS-Alarme erzeugen. In geschützten Systemen löst LOS automatisches Umschalten auf redundante Pfade aus. In ungeschützten Systemen bedeutet LOS Serviceunterbrechung. Der Schweregrad hängt davon ab, wie tief das ausgefallene Signal in der Netzwerkhierarchie verankert ist.
LOS unterscheidet sich von anderen Fehlerzuständen durch seine Einfachheit: Es bedeutet, dass das Signal weg ist, nicht beeinträchtigt, nicht verfälscht, nicht außerhalb der Spezifikation. Ein Signal mit hoher Bitfehlerrate, hohem Jitter oder niedriger Leistung, das aber noch vorhanden ist, ist kein LOS. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil unterschiedliche Abhilfemaßnahmen erforderlich sind. Ein leistungsarmes Signal kann auf optische Verstärkung ansprechen; ein LOS-Zustand erfordert das Auffinden und Wiederherstellen des Signalpfads selbst, ob das bedeutet, einen Stecker neu einzusetzen, einen ausfallenden Laser zu ersetzen oder den Datenverkehr um ein durchtrennte Kabel umzuleiten.