Radmutter
Englisch: lugnut
Eine speziell geformte Mutter zum Befestigen der Räder an einem Automobil.
Radmutter: die Schraube, die dein Rad an Ort und Stelle hält
Eine Radmutter ist eine Befestigungsmutter, üblicherweise sechskant oder gelegentlich kugelförmig, die ein Rad auf der Nabe eines Fahrzeugs sichert. Sie wird auf Stehbolzen geschraubt, das sind fest an der Nabenflansch angebrachte Bolzen, und hält das Radpaket bei Anzug fest gegen axiale und radiale Bewegungen. Die meisten Personenwagen verwenden je Rad zwischen vier und zehn Radmuttern, abhängig von Fahrzeugklasse und Nabenausführung.
Radmuttern gibt es in zwei Grundausführungen: offene Muttern, das sind einfache sechskant-Befestigungselemente, die einen Stecknuss und Ratschenschlüssel benötigen, und Hutmuttern (oder Kegelmuttern), die einen gerundeten oder konischen Kopf haben und oft verchromt sind, um sichtbare Räder zu verschönern. Hutmuttern liegen plan auf dem Rad auf und sind Standard bei vielen Personenwagen. Offene Ausführungen sind häufig bei Lastwagen und Nutzfahrzeugen anzutreffen, wo Erscheinungsbild weniger zählt als gute Erreichbarkeit und Demontierbarkeit. Einige Konstruktionen haben einen Kunststoff- oder Kunststoffeinsatz oder eine Kegelsitz-Unterlegscheibe, die gegen einen passenden Kegel auf dem Bolzen sitzt, was Vibrationen und Losdrehen reduziert.
Die entscheidende Eigenschaft einer Radmutter ist ihre Anzugsspezifikation, gemessen in Newtonmeter oder Fuß-Pfund Drehmoment. Zu schwach angezogene Radmuttern können sich lockern und Radabfall ermöglichen, ein gefährlicher Schaden. Zu fest angezogene Radmuttern beschädigen das Gewinde auf den Bolzen, verformen die Mutter selbst und erschweren die Demontage bis hin zum Bruch der Bolzen. Die Anzugsfolge ist wichtig: Radmuttern bei Vierbolz-Naben sollten im Stern- oder Kreuzschema angezogen werden, um gleichmäßige Verspannung zu erreichen. Fünfbolz-Naben folgen demselben Prinzip. Die Herstellervorgaben schwanken deutlich, von etwa 110 Nm bei Kleinwagen bis 200 Nm und mehr bei Lastwagen.
Der Begriff Radmutter leitet sich von Rad ab, bezogen auf die vorstehenden Nabenbolzen, kombiniert mit Mutter für die Gewindefassung. Das Lochkreismuster (Anzahl und Abstand der Bolzen) ist fahrzeugspezifisch und nicht austauschbar; Räder und Radmuttern müssen zur Nabengeometrie exakt passen. Radmutternschäden entstehen hauptsächlich durch Korrosion (festgerostete Bolzen), Vibrationslockerung (bei der sich die Schraube allmählich abschraubt) oder falsches Anzugsdrehmoment bei der Reifenarbeit.
In der Werkstattpraxis ist die Wahl des richtigen Radmutterntyps essentiell bei Radwechsel, Nabenarbeiten oder Bremsendiensten. Radmuttern aus Edelstahl widerstehen Korrosion besser als verplattete Stahl, kosten aber mehr. Der Kegelwinkel der Mutternanlage (60 Grad ist verbreitet, es gibt aber auch 45- und 90-Grad-Varianten) muss zum entsprechenden Sitz des Rades passen, sonst entstehen schlechter Sitz und ungleichmäßige Lastverteilung. Gewindegröße, Steigung und Mutterdurchmesser variieren je nach Hersteller und Baujahr, Austauschbarkeit ist selten und erfordert sorgfältige Überprüfung anhand der Fahrzeugvorgaben.