M85
Kraftfahrzeugtreibstoff aus 85 % Methanol und 15 % Benzin.
M85: Methanol-Benzin-Gemisch für Flex-Fuel-Motoren
M85 ist ein Kraftstoffgemisch aus 85% Methanol und 15% Benzin, entwickelt für Fahrzeuge mit Flex-Fuel-Fähigkeit. Die Benzinkomponente dient als Denaturierungsmittel und sorgt für die Flüchtigkeit, die für den Kaltstart und das Motoranfahren erforderlich ist, während das Methanol die Hauptlast des brennbaren Gemisches trägt. Fahrzeuge mit M85 wechseln typischerweise zwischen diesem Kraftstoff und konventionellem Benzin (E10 oder reines Benzin), je nach Verfügbarkeit und Fahrervorliebe.
Die Eigenschaften von Methanol unterscheiden sich erheblich von denen des Benzins. Es hat eine deutlich niedrigere Energiedichte, etwa 66% der Benzindichte pro Volumen, daher verbrauchen M85-Fahrzeuge mehr Kraftstoff pro Volumeneinheit, um die gleiche Strecke zu fahren. Methanol nimmt Wasser leicht auf, weshalb eine sichere Abdichtung des Kraftstofftanks in feuchten Klimazonen entscheidend ist. Der 15%-Benzinanteil verbessert die Kaltstartleistung und bietet ausreichenden Dampfdruck nach Reid, um Flüchtigkeitsnormen unter Winterbedingungen zu erfüllen.
Motor- und Kraftstoffsystemanforderungen
Motoren für M85 erfordern Werkstoffe und Beschichtungen, die gegen die Korrosivität von Methanol beständig sind. Kraftstoffpumpen, Einspritzer, Dichtungen und Verschleißteile müssen Methanolangriffen auf Gummi und Aluminium widerstehen. Das Kraftstoffsystem muss auch gegen Feuchtigkeitseindringung versiegelt sein. Moderne Flex-Fuel-Fahrzeuge nutzen einzelne Kraftstoffsysteme, die sowohl M85 als auch Benzin vertragen, erreicht durch Edelstahl-Kraftstoffleitungen, spezielle Einspritzerbe schichtungen und korrosionsbeständige Kraftstoffpumpen.M85 wurde in den 1990er und frühen 2000er Jahren als Teil von Alternativkraftstoff-Initiativen intensiv verfolgt. Mehrere Hersteller brachten Flex-Fuel-Limousinen und leichte Nutzfahrzeuge auf den Markt, die M85 fahren konnten, doch die Verbreitung blieb außerhalb von Regionalprogrammen gering. Methanols geringere Toxizität im Vergleich zu einigen Alternativkraftstoffen und sein Produktionspotenzial im Inland waren wesentliche Treiber des Interesses. Allerdings führten fehlende flächendeckende Tankinfrastruktur und Methanols höhere Kosten pro Kilometer letztendlich zu begrenzter Marktdurchdringung.
In den meisten Märkten heute ist die Verfügbarkeit von M85 minimal oder nicht vorhanden. Die Technologieplattform ist soundträchtig, doch E85-Fahrzeuge (auf Ethanolbasis) haben den kleinen Alternativkraftstoff-Markt dominiert, der existiert. Das Verständnis von M85 bleibt für Techniker relevant, die in Regionen, wo solche Programme betrieben wurden, Altfahrzeuge warten, und zum Verständnis von Kraftstoffkompatibilitätsanforderungen bei der Auslegung von Flex-Fuel-Systemen.