MAHLI
Abkürzung für Mars Hand Lens Imager, ein wissenschaftliches Instrument des Mars Science Laboratory an Bord des Curiosity-Rovers auf dem Mars.
MAHLI: die Nahaufnahmekamera des Rovers für die Marsgeologie
MAHLI steht für Mars Hand Lens Imager, eine kleine Kamera, die am Roboterarm des Curiosity-Rovers befestigt ist. Sie funktioniert als primäres Werkzeug des Rovers für detaillierte Nahaufnahmen von Marsfelsen und Bodenoberflächen, vergleichbar mit einer Lupe eines Geologen, kann aber hochauflösende Bilder aus Entfernungen von nur 2,1 Zentimetern aufnehmen. Das Instrument erzeugt Bilder mit einer Auflösung, die fein genug ist, um Kornstruktur, Verwitterungsmuster und mineralogische Oberflächentextur zu erkennen. Diese Informationen beeinflussen Entscheidungen darüber, wo gebohrt oder Proben entnommen werden sollen.
MAHLI ist eine Festfotos-Kamera mit einem Sensor von 1600 mal 1200 Pixeln und einer effektiven Brennweite von 33 Millimetern. Sie ist mit weißen, roten und Infrarot-LEDs ausgestattet, die für die Beleuchtung notwendig sind, da die Marsoberfläche schwächer und röter beleuchtet wird als von der Erde aus. Die Kamera sitzt hinter einer Staubkappe, die sich öffnet und schließt, um das Objektiv vor Verschleiß während der Roverbewegung zu schützen. Die Bilddaten werden zur Analyse zur Erde übertragen; eine autonome Verarbeitung von MAHLI-Bildern an Bord von Curiosity gibt es nicht.
Operativ werden MAHLI-Bilder in Sequenzen erfasst, häufig bevor in einen Zielstein gebohrt wird. Ein Geologe auf der Erde untersucht die Nahaufnahmen, um Mineralisierung, Schichtung, Bruchmuster und Anzeichen von Verwitterung zu beurteilen. Diese Informationen helfen bei der Auswertung von Daten, die von anderen Instrumenten gesammelt werden. Die Kamera hat auch Beschädigungen am Rover und Staubansammlungen dokumentiert und dient damit über die reine Geologie hinaus zu Diagnosezwecken.
Der Name spiegelt eine beabsichtigte Parallele wider: So wie ein Feldgeologe eine Lupe für die vergrößerte Beobachtung von Gesteinen an Aufschlüssen mit sich trägt, führt Curiosity MAHLI als Erweiterung menschlicher Feldpraxis mit sich. Diese Benennungskonvention unterstreicht die Rolle des Rovers als ferngesteuerte wissenschaftliche Plattform, die terrestrische geologische Surveymethoden an Marsbedingungen und Kommunikationsverzögerungen angepasst nachbildet.