Kettenwerk
Englisch: mail
Eine Vorrichtung aus verbundenen Ringen zum Abreiben der losen Hanffasern von Leinen und weißen Tauwerk.
Mail: das Schleifwerkzeug zum Reinigen von geschlagenem Seil
In der Seilherstellung ist die Mail ein zylindrisches oder fasskultiges Gerät aus eng miteinander verbundenen Eisen- oder Stahlringen, das auf einer hölzernen oder eisernen Welle montiert ist. Es steht fest an einem Platz im Seilwerk oder auf der Werkbank, und die Arbeiter führen geschlagenes Seil (besonders weiße Tauwerk aus Hanf oder Flachs) unter Spannung hindurch. Die ineinander greifenden Ringe erfassen und entfernen lose Fasern und aufgeraute Stränge auf der Seiloberfläche und hinterlassen ein glattes und verdichtetes Seil.
Das Gerät arbeitet durch Reibung und Verschleiß, wenn das Seil hindurchgezogen wird. Lose Hanffasern, Flusen und die feinen aufgerauten Enden, die während des Schlagvorgangs entstehen, verfangen sich an der rauhen Innenseite der verbundenen Ringe und werden abgerieben. Diese Reinigung verbessert das Aussehen des Seils, reduziert Hängenbleiben an Takelageausrüstung und erzeugt eine edlere Oberfläche. Die Mail verarbeitet Seil verschiedener Durchmesser; der Arbeiter führt dünnere Leinen durch die Mitte und dickeres Seil um die Außenseite der Ringkonstruktion, oder er wählt eine Mail, die für seine bestimmte Tauwerk ausgelegt ist.
Die Mail gehört zu einer Familie von Seilfertigungswerkzeugen. Sie unterscheidet sich vom Roving Frame, der Fasern vor dem Schlag vorbereitet, und von der Spinning Jenny oder Drehmaschinen, die die Kernstruktur des Seils erzeugen. Einige Seilwerke verwendeten handgesteuerte Mails; andere monterten das Gerät so, dass Seil während der Produktion kontinuierlich hindurchgezogen werden konnte. Der Begriff Mail stammt wahrscheinlich von alten Wörtern für Netzwerk oder Geflecht ab und spiegelt die Konstruktion aus ineinander greifenden Ringen wider.
Arbeiter, die mit der Mail arbeiteten, mussten gleichmäßige, konstante Spannung aufrechterhalten, um Verhakungen oder Risse im Seil selbst zu vermeiden. Zu hohe Geschwindigkeit oder unregelmäßiges Ziehen konnte das Seil erfassen und knicken. Die Ringe selbst verschlissen mit der Zeit und mussten ausgetauscht oder die Welle neu verkettet werden, um die Schleifwirkung zu erhalten. In der modernen industriellen Seilproduktion wurden Mail-Werkzeuge weitgehend durch angetriebene Fertigungsgeräte ersetzt, aber das Prinzip der ringgestützten Abrasion wird in einigen spezialisierten Seilfertigungsbetrieben noch verwendet.