Durchlaufzeit
Englisch: makespan
Die Zeitdifferenz zwischen dem Start und der Fertigstellung einer Folge von Aufträgen oder Aufgaben.
Durchlaufzeit: Gesamtverstrichene Zeit von Auftragsstart bis Auftragsende
Die Durchlaufzeit ist die reale Dauer vom Zeitpunkt, in dem der erste Auftrag eine Produktionslinie oder ein System betritt, bis der letzte Auftrag es verlässt. Sie misst die Gesamtzeit, die erforderlich ist, um einen kompletten Stapel oder Arbeitsplan abzuschließen. In einer Werkstattfertigung beispielsweise: Wenn das erste Teil um 08:00 Uhr mit der Bearbeitung beginnt und das letzte Teil um 16:30 Uhr die Qualitätsprüfung verlässt, beträgt die Durchlaufzeit 8,5 Stunden, unabhängig davon, wie viel Leerlaufzeit einzelne Maschinen haben.
Der Begriff ist deshalb wichtig, weil er nicht der Summe der einzelnen Auftragszeiten entspricht. Drei Aufträge, die jeweils 2 Stunden dauern, haben nicht automatisch eine Durchlaufzeit von 6 Stunden, wenn sie parallel auf verschiedenen Maschinen laufen. Die Durchlaufzeit hängt ausschließlich von der Reihenfolge der Aufträge, der Maschinenverfügbarkeit, Engpässen und Leerlaufzeiten zwischen Operationen ab. Eine Reduzierung der Durchlaufzeit bedeutet, den gesamten Arbeitsplan schneller zu beenden, was den Durchsatz erhöht und die Ausrüstung schneller für den nächsten Stapel freimacht.
Planung und Engpässe
In der Fertigung ist die Durchlaufzeit zentral für Schedulingprobleme. Das Ziel besteht normalerweise darin, diese zu minimieren, was eine ausgewogene Verteilung der Last auf Maschinen und eine Anordnung der Auftragsreihenfolge erfordert, um nachgelagerte Operationen nicht zu blockieren. Eine einzelne langsame Maschine oder eine schlecht geordnete Sequenz kann die Durchlaufzeit erheblich verlängern, auch wenn ein großer Teil der Werkstatt untätig ist. Aus diesem Grund versuchen Verteilungsregeln wie "Shortest Processing Time" oder "Critical Ratio", den Arbeitsfluss aufrechtzuerhalten und die Gesamtdauer zu verkürzen.
Die Durchlaufzeit unterscheidet sich von der Taktzeit, die angibt, wie oft ein Auftrag unter kontinuierlicher Produktion abgeschlossen wird. Eine Fabrik kann eine Taktzeit von 15 Minuten pro Einheit haben, aber eine Durchlaufzeit von 40 Stunden für einen Auftrag mit 100 Einheiten, da die Taktzeit einen durchgehend gepipelinten Betrieb voraussetzt, während die Durchlaufzeit Setup, Umrüstungen und den tatsächlichen Anfang und das Ende des Durchlaufs berücksichtigt.
Der Name spiegelt seine wörtliche Bedeutung wider: die Zeitspanne, die der Auftrag beim Durchgang durch das System benötigt. Es ist eine praktische Kennzahl, die in der Produktionsplanung, Auftragsschätzung und Kapazitätsplanung verwendet wird. Das Verständnis Ihrer Durchlaufzeit hilft bei der Vorhersage, wann Fertigwaren versandt werden, und ob ein neuer Auftrag vor einem Termin noch eingeplant werden kann.