CC
Abkürzung für Contrasting Colour (Kontrastfarbe).
CC: wenn eine Farbschicht durch eine andere scheint
Kontrastfarbe oder CC tritt auf, wenn eine Grundierung oder ein Zwischenanstrich durch den Decklack scheint, weil dieser nicht ausreichend deckend oder opak ist. Es zeigt sich als Farbversatz oder Fleckigkeit auf der lackierten Oberfläche, besonders deutlich bei Streifenlicht. Die untere Schicht wird sichtbar, weil dem Decklack die Deckkraft oder Schichtdicke fehlt, um sie vollständig zu verbergen. Dieser Mangel ist in der Autolackierung, der Industrielackierung und der dekorativen Malerei verbreitet.
CC wird in Mehrschicht-Lacksystemen kritisch. Ein weißer Primer unter einem hellen Decklack oder eine dunkle Grundierung unter hellem Farbton schaffen die Bedingungen für Sichtbarkeit. Das Problem verschärft sich, wenn der Decklack zu sehr verdünnt wird, in nur einem dünnen Auftrag aufgebracht wird oder eine niedrige Pigmentkonzentration hat. Nass-auf-nass-Anwendung ohne ausreichende Ablüftungszeit kann die Farbe der Unterschicht an der Oberfläche einschließen. Hochkontrast-Kombinationen von Grund- und Decklack erfordern dickere oder opakere Decklacke und manchmal zusätzliche Zwischenbeschichtungen.
Ursachen: Die Deckkraft von Lack hängt vom Pigmentvolumen und der Partikelgröße ab. Einige Farben, besonders Gelb und Orange, haben von Natur aus geringe Deckkraft. Umweltfaktoren spielen eine Rolle: Luftfeuchte, Substrattemperatur und Luftbewegung beeinflussen die Lösemittelverdampfung und Filmbildung. Kalte Substrate verzögern das Aushärten und lassen den Decklack dünner und transparenter als beabsichtigt ausfallen. Die Spritzauftragstechnik bestimmt ebenfalls die Schichtdicke; unzureichende Überlappelung oder Luftdruck führt zu ungleichmäßiger, dünner Abdeckung.
In der Autolackierung ist CC ein Ausschussfehlniveau. Inspektoren nutzen Gitterschnittklebeband oder Kratztests, um die Haftung zu bestätigen, führen aber auch visuelle Bewertungen unter Standard-Auflicht und Streifenlicht durch. Inspektionen im Lichtkastennormal sind üblich. In der Industrielackierung wird CC in Prozessstandards dokumentiert; viele Spezifikationen schreiben eine Mindestschichtdicke (DFT) vor und verbieten ausdrücklich Farbdurchschlag. Lösemittelhaltige Systeme sind toleranter als Wasserlacke, die schneller trocknen und Lösemittel einschließen können.
Die Vorbeugung beruht auf Rezepturkontrolle, Anwendungsdisziplin und Umweltüberwachung. Ein Tönmittel, das dem Decklack entspricht, erhöhte Decklackviskosität, korrekte Spritzabstände und Pistolengeschwindigkeit sowie Substrattemperatur über dem Taupunkt senken das Risiko. Bei problematischen Kombinationen ist eine volldeckende Primärversiegelung oder Zwischenschicht die Lösung. Tests mit Abstrichkarten oder Testmustern vor der Produktionslackierung erkennen CC-Risiken frühzeitig.