Fadenknötung
Englisch: worming
Die Neigung bestimmter Garne oder Fäden, nach dem Weben zu verklumpen oder sich zusammenzuballen.
Fadenwanderung: wenn Webfäden verrutschen und sich stauen
Fadenwanderung ist die Verschiebung und Stauung von Garn oder Faden innerhalb eines gewebten Stoffs nach Abschluss des Webens. Der Faden verschiebt sich seitlich über die Breite des Gewebes und erzeugt Wellen, Falten oder Beulen, die die Stoffoberfläche verformen und ihn oft unbrauchbar machen. Dies ist ein Mangel in der Fertigware, kein eigentlicher Webfehler, und tritt typischerweise Stunden oder Tage nach dem Verlassen des Webstuhls auf.
Das Phänomen tritt am häufigsten bei dicht gewebten Stoffen mit hoher Fadendichte auf, besonders bei Baumwolle, Wolle und Synthesefasermischungen, bei denen Garne während des Webens unter Spannung stehen. Wenn diese Spannung nachlässt, entspannen sich die Fäden nicht gleichmäßig. Stattdessen rutschen einzelne Garne seitlich in der Webestruktur ab und suchen eine energieärmere Anordnung. Synthetische Filamente neigen besonders dazu, da ihnen die Reibung und Kräuselung natürlicher Fasern fehlt. Lockere Webestrukturen und ausgewogene Fadenpannung widerstehen der Fadenwanderung; enge Webungen und ungleichmäßige Fadenspannung begünstigen sie.
Ursachen und Vermeidungsmaßnahmen
Fadenwanderung beschleunigt sich unter Feuchte und Temperaturschwankungen, weshalb sie oft nach dem Rollen und Lagern des Stoffs auftritt. Feuchtigkeit führt zu ungleichmäßigem Aufquellen der Fasern; Temperaturwechsel verursachen unterschiedliche Schrumpfung. Beide Bedingungen verringern die Haftung zwischen benachbarten Garnen und ermöglichen das Verrutschen des Fadens. Die Vermeidung hängt von der Webstuhlvorbereitung ab: gleichmäßige Spannung aller Kettfäden, moderate Webdichte und ordentliche Schlichte der Kette zur Aufrechterhaltung der Reibung zwischen Garnen. Einige Betriebe entspannen den Stoff vorsätzlich durch Dämpfen oder kontrollierte Feuchtigkeitskonditionierung unmittelbar nach dem Weben, um den Garnen die Möglichkeit zu geben, sich allmählich zu setzen, statt plötzlich zu entspannen.
Der Begriff leitet sich vom Aussehen des Mangels ab, das einem Wurm ähnelt, der sich unter der Stoffoberfläche bewegt. Er unterscheidet sich von anderen Webefehlern wie Schluppen, Faserknoten oder Webstuhlfehlern. Fadenwanderung wird durch Sichtprüfung erkannt, manchmal mit dem Stoff flach unter kontrollierter Beleuchtung, und ist ein Grund für die Ablehnung von Qualitätsstoffen für Bekleidung, Polstermöbel oder technische Textilien. Bei schweren Industriestoffen kann geringfügige Fadenwanderung toleriert werden, wenn sie die strukturelle Leistung nicht beeinträchtigt.