maskulin geschnitten
Englisch: man-tailored
Von Bekleidung, die in maskulinem Stil gefertigt ist, ohne feminine Details wie Rüschen.
Herrengeschneidert: Schnitt für eine maskuline Silhouette
Herrengeschneidert beschreibt ein Kleidungsstück, das nach den konstruktiven Prinzipien der Herrenmode gefertigt ist: ein gerader Schnitt durch den Oberkörper, breitere Schultern, minimale Taillenformung und saubere Nähte ohne dekorative Details. Der Begriff entstand Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, als die Damenschneiderei anfing, Konstruktionsmethoden zu übernehmen, die für taillierten Herrensakko und Hosen entwickelt worden waren. Ein herrengeschneiderter Sakko nutzt beispielsweise die gleiche Grundschnittlogik wie ein Herrenblazzer, wird manchmal aber an Hüfte oder Brust anders gestuft, um unterschiedliche Körperproportionen auszugleichen.
Die Konstruktionsmethode ist entscheidend. Ein herrengeschneiderter Mantel setzt auf strukturierte Einlage, eine gerade Kornlinie von Schulter bis Saum und minimale Formgebung an den Seitennähten. Kragen, Manschetten und Vorderschluss sind für funktionale Geometrie ausgelegt, nicht für optische Rahmung. Nähte werden flach oder halbgestützt gepresst. Es gibt keine Prinzessinnennähte, keine gebogenen Taillenteile und typischerweise keine dekorativen Steppnähte oder Kantenverarbeitung. Der Stoff selbst, ob Wollköper oder Baumwollzwirn, wird üblicherweise wegen seiner Haltbarkeit und Fallweise gewählt, die dem traditionellen Herrenstil entspricht.
Wo dieser Stil in der Fertigung auftaucht, signalisiert er eine bestimmte Kundenerwartung: Haltbarkeit, neutrale Ästhetik und praktischer Sitz. Herrengeschneiderte Hosen haben beispielsweise typischerweise einen höheren Bund, längere Steigmessung und keinen geformten Taillenband. Taschen sind tiefer geschnitten und für tatsächliche Nutzung positioniert. Nähte sind an Belastungspunkten verstärkt. Die zugrundeliegende Annahme ist, dass der Träger Funktionalität höher bewertet als optische Verengung oder Verjüngung.
Der Name selbst trägt historisches Gewicht. Als Frauen in den 1950er und 1960er Jahren begannen, taillierten Sakko und Hosen in beruflichen Zusammenhängen zu tragen, unterschied der Begriff diesen Ansatz von der damals dominierenden weiblichen Schneiderei, die auf enge Taillen, geformte Nähte und dekorative Elemente angewiesen war. Es war beschreibend, nicht vorschreibend, obwohl es Annahmen mit sich trug, die heute überholt sind. In der modernen Fertigung bleibt das Label hauptsächlich bei etablierten Herrenmodenmarken bestehen, die ihre Produktlinie erweitern, und in manchen Workwear- und Uniformbereichen, wo die Konstruktionsmethode tatsächlich von der Herrenmode entlehnt ist.