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Textiltechnik

Martindale-Methode

Englisch: Martindale method

Prüfverfahren zur Messung der Dauerhaftigkeit eines Gewebes.

Martindale-Verfahren: Verschleißprüfung für Textilien

Das Martindale-Verfahren ist eine Laborprüfung für Verschleiß, die Abnutzung von Stoffen durch wiederholtes Reiben gegen ein Standardschleifmittel unter kontrolliertem Druck simuliert. Eine Stoffprobe, typischerweise 38 mm im Quadrat, wird auf einer Plattform befestigt und einer Reibbewegung durch einen wollfilzbezogenen Kopf ausgesetzt. Die Prüfapparatur bewegt sich in einer komplexen Achterbahn-Bewegung, die sicherstellt, dass der Verschleiß über die Stofffläche in mehrere Richtungen verteilt ist, anstatt eine einzelne Verschleißlinie zu erzeugen. Die Prüfung zählt die Anzahl der Zyklen, die erforderlich sind, bevor der Stoff sichtbare Beschädigungen wie Flusen, Ausdünnung oder Faserbruch zeigt.

Standardbedingungen sind in der ISO 12947 definiert. Die während der Prüfung aufgebrachte Last liegt normalerweise bei 9 kPa (ungefähr 1 Kilogramm pro 10 Quadratzentimeter), und das Schleifmittel ist traditionell Wollfilz, obwohl synthetische Alternativen manchmal verwendet werden. Die Prüfung läuft bis der Stoff sichtbar ausfällt oder ein definiertes maximales Zyklenzahl erreicht, üblicherweise 100.000 Zyklen. Die Ergebnisse werden als Anzahl der Zyklen bis zu einem definierten Ausfallkriterium ausgedrückt; zum Beispiel könnte ein klassifizierter Stoff 30.000 Zyklen aushalten, bevor sichtbare Flusen entstehen.

Die Martindale-Prüfung ist besonders wertvoll für Polsterstoffe, Vorhänge, Arbeitskleidung und andere Textilien, die für häufige Handhabung oder Kontakt vorgesehen sind. Ein Polsterstoff mit einer Bewertung von 15.000 Martindale-Zyklen sollte im privaten Haushalt zufriedenstellend funktionieren; Textilien in Handelsqualität erfordern oft 30.000 oder höher. Die Achterbahn-Bewegung unterscheidet diese Prüfung von einfacheren linearen Reibmethoden, da der reale Verschleiß den Stoff selten aus einer einzelnen Richtung angreift.

Das Verfahren ist nach seinem Entwickler benannt, obwohl die spezifische Zuschreibung eher historisch als zeitgenössisch ist. Es ist seit den 1960er Jahren der Referenzstandard in Europa und zunehmend weltweit, codifiziert durch ISO und verwendet von Textilherstellern, Polstermöbelherstellern und Qualitätssicherungsabteilungen, um Dauerhaftkeitsaussagen zu untermauern. Ergebnisse aus dieser Prüfung werden auf Stoffspezifikationsblättern gedruckt und dienen zur Anleitung bei der Faserwahl, Garnkonstruktion und Veredelungsprozessen.

Häufige Ausfallarten beim Martindale-Test sind Faserbruch (besonders bei spröden Kunstfasern oder niedrig gedrehten Garnen), Flusen (wenn Fasern sich auf der Oberfläche zu Knötchen zusammenballen) und Festigkeitsverlust, der ausreicht, um unter der aufgebrachten Last zu reißen. Hochfädige, dicht gewebte Stoffe und solche mit starken, dehnbaren Fasern erreichen typischerweise höhere Zyklenzahlen. Kurzflorstoffe und Polsterstoffe stellen besondere Herausforderungen dar, weil die dreidimensionale Struktur Fasern ermöglicht, sich unter wiederholtem Reiben zu bewegen und zu verwickeln.

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