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Industrieelektronik

MF

Abkürzung für Mittelfrequenz.

MF: Radiowellen zwischen 300 kHz und 3 MHz

Mittelfrequenzsignale belegen das Band von 300 Kilohertz bis 3 Megahertz, angesiedelt zwischen Niederfrequenz (NF) darunter und Hochfrequenz (HF) darüber. Das MF-Band trägt AM-Rundfunk (535 bis 1705 kHz in den meisten Regionen), Seenot-Funksignale und Luftfahrt-Navigationsfeuer. Bei diesen Frequenzen ist die Bodenwellenausbreitung bis etwa 200 Kilometer tagsüber zuverlässig, was MF für regionale Reichweite ohne Abhängigkeit von der Ionosphäre praktisch macht.

Die Wellenlängen im MF-Bereich erstrecken sich von etwa 100 Metern bis hinunter zu 100 Metern, was die Antennenauslegung direkt bestimmt. Eine Vollwellen-Dipolantenne bei 1 MHz würde unpraktisch lang sein, daher nutzen MF-Sender typischerweise kürzere Strahlerelemente mit elektrischen Abstimmnetzen, um Resonanz zu erreichen. Empfangsantennen im MF-Band sind oft ferritgefüllte Rahmenantennen oder Peitschenantennen nur wenige Meter hoch; der Kompromiss zwischen Kompaktheit und Empfindlichkeit ist immer vorhanden.

Ausbreitung und industrielle Anwendung

MF-Signale breiten sich effizient über Meerwasser und Salzmarsch aus, weil Meerwasser ein guter Leiter ist. Deshalb konzentrieren sich Seenot-Frequenzen auf MF; ein Schiff, das auf 500 kHz sendet, erreicht Landstationen und andere Schiffe zuverlässig selbst bei schlechter Sicht oder rauer See. Im Gegensatz dazu nutzen industrielle HF-Heiz- und Induktionssysteme selten MF, weil die Frequenzen für effiziente Kopplung in die meisten Werkstoffgeometrien zu niedrig sind.

Störungen sind ein chronisches Problem im MF-Band, weil Rundfunksender im Kilowatt-Bereich arbeiten. Empfänger in industriellen oder Laborumgebungen müssen aggressiv filtern, um schwache Signale von entfernten Sendern zu isolieren. Selektive Filter mit hohem Gütefaktor und schmaler Bandbreite sind Standard in jedem MF-Empfänger-Design. Nachbar-Kanal-Unterdrückung ist entscheidend; ein Filter mit 10 kHz Bandbreite könnte einen starken Sender nur 20 kHz entfernt um 20 Dezibel oder mehr unterdrücken.

Der Begriff Mittelfrequenz stammt aus früher Funknomenklatur, als das Spektrum in breite Kategorien eingeteilt wurde. Obwohl die Grenzen zwischen NF, MF, HF und VHF heute in der internationalen Regelung formalisiert sind, bleiben die Bezeichnungen bestehen, weil sie intuitiv bleiben: MF-Signale sind die Mitte zwischen sehr langen und kurzen Wellen in Bezug auf Frequenz und praktisches Ausbreitungsverhalten.

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