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Kfz-Technik

Micro-Hybrid

Englisch: microhybrid

Ein Kraftfahrzeug, bei dem der Verbrennungsmotor automatisch abgeschaltet und wieder gestartet wird, um die Leerlaufzeit zu verringern und dadurch Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu senken.

Microhybrid: Motorabschaltung bei Leerlauf für Spritersparnisse

Ein Microhybrid ist ein Fahrzeug mit automatischer Start-Stopp-Technologie, die den Verbrennungsmotor während Leerlaufphasen abschaltet, typischerweise an Ampeln oder im Stau, und ihn wieder startet, wenn der Fahrer das Bremspedal loslässt oder beschleunigt. Das System nutzt die Energie, die sonst beim Bremsen als Wärme verloren ginge, und setzt einen verstärkten Anlasser sowie eine leistungsstarke Batterie ein, um die häufigen Ein-Aus-Zyklen zu bewältigen. Dies ist die leichteste Form der Elektrifizierung in Fahrzeugen und benötigt kein Hybridgetriebe, keinen elektrischen Motor zur Fahrtunterstützung und keinen zusätzlichen Kraftstofftank oder komplexe Leistungsverteilungs-Hardware.

Microhybride senken den Kraftstoffverbrauch um 5 bis 8 Prozent im gemischten Stadtverkehr, wo die Leerlaufzeit erheblich ist. Die Einsparungen entstehen fast ausschließlich durch das Abstellen des Motors bei Stopps, nicht durch Bremsenergie-Rückgewinnung oder elektrischen Antrieb. Die Batterie ist typischerweise ein 48-Volt- oder herkömmliches 12-Volt-System mit erhöhter Zyklenfestigkeit; einige Fahrzeuge nutzen stattdessen einen Superkondensator, um die wiederholten Lade-Entlade-Vorgänge zu bewältigen. Der Anlasser muss pro Jahr tausende zusätzliche Startvorgänge ohne Verschleiß ertragen, was seine Spezifikation und Kosten gegenüber herkömmlichen Anlassern erhöht.

Typische Ausfallarten und konstruktive Herausforderungen

Das System fällt aus, wenn die Batterie keinen ausreichenden Strom für einen zuverlässigen Start liefern kann, besonders in kalten Klimazonen, wo der Anlasserwiderstand zunimmt. Fahrer empfinden die Neustart-Verzögerung oft als lästig, vor allem wenn Rollstarts erwartet werden; manche Hersteller ermöglichen eine manuelle Übersteuerung per Knopf oder Schalthebel. Die verstärkte Lichtmaschine muss die Batterie zwischen den Stops wieder aufladen, was elektrische Last und parasitäre Reibung auf den Motor bringt. Der Verschleiß an Anlässerlagern, Kollektor und Magnetschalter wird beschleunigt, was die Lebensdauer verkürzt und die Wartungskosten für Flotten erhöht.

Microhybrid wurde zuerst von europäischen Herstellern unter Druck der CO2-Emissionsziele eingeführt, besonders zur Erfüllung der Euro-5- und Euro-6-Standards, wo die niedrigen Kosten und minimale Komplexität es zu einem attraktiven ersten Schritt in Richtung Elektrifizierung machten. In den 2010er-Jahren erschien es in Serienmodellen von Peugeot, Citroën, Fiat und Renault. Der Begriff unterscheidet Microhybrid von Vollhybrid-Systemen, die Elektromotoren zur Fahrtunterstützung und erheblichen Bremsenergie-Rückgewinnung nutzen, sowie von Plug-in- oder rein batterie-elektrischen Fahrzeugen, die keinen Verbrennungsmotor oder nur einen viel kleineren haben.

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