SpracheEnglishDeutsch
Elektrotechnik

MICTOR

Akronym für matched impedance connector.

MICTOR: massiver Testkonnektor, der auch bei hohen Geschwindigkeiten funktioniert

Ein MICTOR ist ein Hochgeschwindigkeits-Testkonnektor, der mehrere Signalleitungen und Massewege in einer einzigen physikalischen Baugruppe verbindet. Die Impedanzanpassung ist sorgfältig abgestimmt, um die Signalintegrität bei Gigahertz-Frequenzen zu bewahren. Der Name ist ein Akronym: Matched Impedance Connector. Er wurde in den 1980er Jahren entwickelt, um ein spezifisches Problem zu lösen: Während digitale Schaltungen Geschwindigkeiten über 100 MHz erreichten, führten herkömmliche mehrpolige Stecker zu Reflexionen und Übersprechen, die Messungen verfälschten und Fehlersuche nahezu unmöglich machten.

Der Konnektor ist in mehreren Standardausführungen erhältlich, häufig mit 36 Pins in einem kompakten rechteckigen Gehäuse von etwa 1,5 Zoll Länge. Üblicherweise führen 18 Pins Signale, 16 Pins stellen Massewege zur Verfügung und 2 Pins sind für Stromversorgung oder zukünftige Verwendung reserviert. Das Entscheidende ist, dass die Pitch (Abstand zwischen den Pins) und die interne Spurgeometrie so konstruiert sind, dass jede Signalleitung eine charakteristische Impedanz von 50 Ohm beibehält, wenn sie ordnungsgemäß abgeschlossen wird. Dies entspricht der Ausgangsimpedanz der meisten Testgeräte und Übertragungsleitungen in der Hochgeschwindigkeits-Digitalarbeit.

In der Praxis wird ein MICTOR-Konnektor direkt auf einer Leiterplatte oder auf einem Testpodest montiert, das sich über einem laufenden Prozessor oder Speicherbaustein klippt. Ein Kabel mit abgeschirmter Verdrillter Paarung für jedes Signal läuft vom MICTOR zurück zu einem Logic Analyzer, Oszilloskop oder Protokoll-Analyzer. Da Masse im gesamten Konnektor verteilt ist und nicht nur an wenigen Eckpins vorhanden ist, wird Masseschwankung minimiert und die Signalintegrität über Kabelstrecken von 10 bis 20 Fuß bewahrt. Der Konnektor nutzt einen Druckknopf-Verriegelungsmechanismus statt Schrauben, was schnelle Verbindung und Trennung während der Laborarbeit ermöglicht.

Varianten und Grenzen

MICTOR-Konnektoren sind in 36-poligen und 50-poligen Ausführungen erhältlich; die 50-polige Version bietet mehr Signalleitungen, benötigt aber mehr Platzplatz auf der Leiterplatte. Einige Designs verwenden 38 Pins in einer anderen Anordnung. Allerdings bleibt die grundlegende Einschränkung, dass MICTOR ein paralleler Konnektor mit mehreren unabhängigen Signalleitungen ist, daher ist die Verwendung auf modernen Hochgeschwindigkeits-Seriellbussen wie PCI Express, USB 3.0, DDR4 und schnelleren Speichern zunehmend schwierig ohne erhebliche Umarbeiten. Für diese Anwendungen sind direkte Abtastsonden oder Hochbandbreiten-Oszilloskopmodule praktischer geworden.

Der Konnektor wurde informell von Testgerätehersteller standardisiert, nicht durch ein formales Normungsgremium. Das ermöglichte schnelle Markteinführung, bedeutete aber auch, dass Pin-Belegungen und mechanische Details zwischen Herstellern variieren. Eine MICTOR-Schnittstelle eines Geräteherstellers passt möglicherweise nicht sauber zu der eines anderen, ohne mechanische oder elektrische Anpassung. Diese Heterogenität hat MICTOR in neuen Designs weniger dominant gemacht, obwohl es weiterhin dort verwendet wird, wo paralleles Hochgeschwindigkeits-Debug und Trace noch sinnvoll sind, etwa bei eingebetteten Systemen, FPGA-Entwicklungsboards und dem Hochfahren von Legacy-Prozessoren.

Mehr aus Electrical engineering

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.