Milwaukee Road
Ehemalige Eisenbahngesellschaft Chicago, Milwaukee, St. Paul and Pacific Railroad.
Milwaukee Road: transkontinentale Eisenbahn mit Elektrifizierung.
Die Milwaukee Road war die Chicago, Milwaukee, St. Paul and Pacific Railroad, eine transkontinentale Strecke, die von Chicago in den Pazifischen Nordwesten führte. Sie war von 1877 bis zur Fusion mit der Soo Line 1986 in Betrieb. In Werkstatt- und Eisenbahnjargon bezeichnete "Milwaukee Road" sowohl das Unternehmen selbst als auch seine eigenständige Betriebskultur, Ausrüstung und Infrastruktur, besonders die elektrifizierte Hauptstrecke.
Was die Milwaukee Road auszeichnete, war ihr Engagement für elektrischen Antrieb im Hauptliniengüter- und Personenverkehr. Zwischen 1915 und 1974 nutzten etwa 655 Meilen Gleis in drei separaten Gebieten Hochspannungs-Oberleitung: die Rocky Mountain Division, die Idaho Division und die Pacific Coast Extension. Die Bahn betrieb Elektrolokomotiven, besonders die prägnanten bipolaren und kastenförmigen Typen, die unter Eisenbahnfans und Beschäftigten ikonisch wurden. Diese Elektrifizierung war ungewöhnlich im amerikanischen Eisenbahnverkehr und machte die Milwaukee Road sofort erkennbar.
Die Bahn betrieb die berühmten Hiawatha-Personenzüge, leichte Stromlinienexpresse, die auf nicht elektrifzierten Streckenabschnitten von Dampf- und später Diesel-elektrischen Loks gezogen wurden. Güterbetrieb dominierte die Bilanz, und die Milwaukee Road kämpfte heftig mit der Northern Pacific und Great Northern um Verkehr über den nördlichen Streifen. Ihre Route durch die Cascade Range und Rocky Mountains war steil und erforderte starke Triebfahrzeuge und sorgfältiges Zughandling.
Warum der Name zählte
Der Unternehmensname spiegelte das ursprüngliche Ziel wider: Chicago, das Mittlwest-Zentrum, mit Milwaukee, Minneapolis, St. Paul und letztlich dem Pazifik zu verbinden. Im Fachjargon hatte "Milwaukee Road" Assoziationen mit technischer Innovation (die Elektrifizierung), regionaler Identität (Ursprünge im oberen Mittlwesten) und schließlich einem Sinn für verlorenes Industrieerbe. In den 1970ern wurde "Milwaukee Road" als Diesel-Elektrics elektrifizierte Strecken überflüssig machten und Konkurrenz durch Lastkraftwagen die Margen drückte, zum Symbol für den amerikanischen Eisenbahn-Niedergang.Unter Eisenbahnarbeitern und Enthusiasten hatte der Begriff spezifisches Gewicht. Ein "Milwaukee Road"-Beschäftigter kannte spezialisierte Fähigkeiten: Betrieb unter Oberleitung, Wartung von Stromschiene oder Überkopfleitungen, Verwaltung der intensiv wettbewerbsorientierten Unternehmenskultur. Die Arbeitsverträge und Arbeitsrichtlinien der Bahn unterschieden sich deutlich genug, dass Wechsel zwischen Milwaukee Road und anderen Bahnen Umschulung bedeuteten. Nach der Fusion 1986 blieb der Name informell unter Arbeitern und Historikern bestehen als Marker einer bestimmten Epoche und Identität im amerikanischen Eisenbahnverkehr.