Mispin
Englisch: mispin
Eine fehlerhafte Pinnanordnung.
Mispin: Ein Befestigungselement, das falsch sitzt und festsitzt
Ein Mispin tritt auf, wenn ein Stift, Bolzen oder ähnliches Befestigungselement in einem leichten Winkel eingeführt wird oder sich während der Montage schief stellt und sich teilweise in sein vorgesehenes Loch oder die Bohrung setzt, ohne sich richtig mit der Montagefläche auszurichten. Das Befestigungselement klemmt oder verkeilt sich dann fest, wodurch es ohne Beschädigung des Stifts oder des Werkstücks nur schwer zu entfernen ist. Mispins treten besonders häufig bei hochfrequenter oder halbautomatisierter Montage auf, bei der Zuführsysteme Bauteile in Position schieben, ohne visuelle Kontrolle.
Der Mechanismus beinhaltet normalerweise einen konischen oder angefasteten Eingang, der den Stift zunächst gerade führt. Wenn sich der Stift aber auch nur um wenige Grad von der Senkrechten nähert, berührt der Rand des Lochs den Schaftt des Stifts statt seiner Spitze. Reibung und der mechanische Vorteil des Einführens verriegeln dann das Befestigungselement in diesem falschen Winkel. Bei Präzisionsmontagen mit Führungsstiften oder Positionierstiften verhindert ein Mispin, dass die Montageteile vollständig aufeinander sitzen, was zu einem Spalt oder einer Fehlausrichtung führt, die Passung oder Funktion beeinträchtigt.
Erkennung und Folgen
Ein Mispin kann unentdeckt bleiben, bis die Montage abgeschlossen ist. Dann sitzt das Teil erhaben, die Toleranz ist falsch, oder das Befestigungselement lässt sich nicht bis zur Spezifikation treiben. Das Entfernen erfordert normalerweise sorgfältiges Ausbohren oder Durchschlagen und riskiert Beschädigungen an Gewindelöchern oder Präzisionsbohrungen. Bei Stanz- oder Blecharbeiten führt ein Mispin in einem Bördelstift oder Nietloch oft zu Ausschuss, da eine Nachbearbeitung selten wirtschaftlich ist.
Die Vermeidung hängt vom Teildesign (größere Anfasungen, Führungsbuchsen), der Zuführgeometrie (geneigte Zuführtische oder richtige Positionierungsvorrichtungen) und der Geschwindigkeitskontrolle in automatisierten Linien ab. Einige Montageoperationen nutzen Sichtprüfung, Ultraschallsensoren oder Lastkontrolle, um Mispins zu erkennen, bevor nachfolgende Befestigungselemente festgezogen werden. Der Begriff ist am häufigsten in der Automobil-, Hausgeräte- und Elektronikindustrie anzutreffen, wo täglich Tausende identischer Befestigungselemente verarbeitet werden und selbst kleine Fehlerquoten sich vervielfachen.