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Elektrotechnik

MNP

Abkürzung für Mobile Number Portability, die Portabilität von Mobilfunknummern.

MNP: Rufnummernmitnahme beim Wechsel des Netzbetreibers

Mobile Number Portability ist die technische und regulatorische Infrastruktur, die es Kunden ermöglicht, den Telekommunikationsanbieter zu wechseln, ohne ihre bestehende Rufnummer zu verlieren. Wenn MNP auf einem Markt verfügbar ist, kann ein Abonnent seine Nummer von einem Netzbetreiber zu einem anderen portieren, in der Regel innerhalb von Stunden oder Tagen. Das empfangende Netz leitet eingehende Anrufe und Nachrichten nahtlos zum neuen Netz weiter. Diese Portabilität bezieht sich auf die Rufnummer selbst, nicht auf die SIM-Karte oder die Hardware.

Die Mechanik der MNP basiert auf einem zentralen Register, das jede aktive Nummer ihrem aktuellen Betreiber zuordnet. Wenn ein Anruf für eine portierte Nummer eingeht, fragt das ursprüngliche Netz dieses Register ab, um das richtige Zielnetzes zu finden, und leitet den Anruf entsprechend weiter. Der Portierungsprozess erfordert eine Authentifizierung des Kontoinhabers, einen formalen Antrag beim empfangenden Betreiber und eine Koordination zwischen beiden Betreibern, um sicherzustellen, dass das alte Netz zum Aktivierungszeitpunkt keine Anrufe mehr für diese Nummer entgegennimmt. Verschiedene Jurisdiktionen schreiben unterschiedliche Zeiträume vor; manche ermöglichen die Portierung innerhalb von 24 Stunden, andere innerhalb mehrerer Tage.

Umsetzung in verschiedenen Regionen

Die Einführung von MNP weltweit ist ungleichmäßig erfolgt. Die Europäische Union hat ab Ende der 1990er Jahre die Rufnummernmitnahme vorgeschrieben. Die Vereinigten Staaten führten 1997 Number Resource Portability für Festnetzleitungen ein, aber die Portierbarkeit von Mobilfunknummern kam später und unterscheidet sich je nach Betreiber. Viele Entwicklungsmärkte verfügen überhaupt nicht über eine MNP-Infrastruktur oder haben sie nur teilweise implementiert. Wo sie nicht vorhanden ist, müssen Kunden, die den Betreiber wechseln, eine neue Nummer akzeptieren, was den Wettbewerbsdruck auf etablierte Anbieter verringert und die Wechselkosten künstlich erhöht.

Die größte technische Herausforderung bei MNP ist die Leistung der Routing-Abfrage. Jeder eingehende Anruf löst eine Datenbankabfrage beim nationalen Rufnummernportierungs-Register aus. Hohe Anrufvolumen und schlecht optimierte Datenbanken können zu spürbaren Verzögerungen führen. Manche Betreiber speichern Ergebnisse zwischen, um die Latenz zu reduzieren. Das Register selbst muss mit hoher Verfügbarkeit und in Echtzeit aktuell gehalten werden, da veraltete Daten dazu führen, dass Anrufe zum falschen Netz geroutet werden oder ganz ausfallen.

MNP wirkt sich auch darauf aus, wie Telekommunikationsbetreiber ihre Netzkosten und Kundenakquisition verwalten. Ohne Portierbarkeit genießt ein etablierter Betreiber mit vorhandener Infrastruktur einen strukturellen Vorteil. Mit Portierbarkeit müssen Betreiber beim Preis und der Servicequalität konkurrieren, statt auf Wechselhürden zu setzen. Daher wird MNP oft von etablierten Betreibern abgelehnt und von Regulierungsbehörden als wettbewerbsfördernde Maßnahme vorgeschrieben. Der Begriff ist am häufigsten in Telekommunikations- und Regulierungskontexten anzutreffen; Netzingenieure bezeichnen den spezifischen Routingmechanismus oder die Portierungsdatenbank typischerweise mit technischeren Begriffen.

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