Einfädler
Englisch: needle threader
Ein Gerät zum Führen eines Fadens durch das kleine Öhr einer Nadel.
Fadeneinfädler: mechanische Hilfe zum Einfädeln feiner Nadeln
Ein Fadeneinfädler ist ein kleines Handwerkzeug, das Faden fasst und ihn durch ein Nadelöhr führt, ohne dass ruhige Hände oder perfektes Sehvermögen erforderlich sind. Das Standarddesign besteht aus einer flachen Drahtschlinge, typischerweise in Diamant- oder Rechteckform, die an einem Griff aus Kunststoff, Holz oder Metall befestigt ist. Der Bediener führt die Drahtschlinge zuerst durch das Nadelöhr, zieht dann Faden durch die Schlinge und entfernt das Werkzeug, wodurch der Faden an Ort und Stelle bleibt. Dieser einfache Mechanismus löst ein hartnäckiges Produktionsproblem: Das manuelle Einfädeln von Nadeln an Kettenstich- oder Kettelstich-Maschinen wird bei repetitiver Arbeit langsam und fehleranfällig, besonders mit feinen Fadenstärken und kleinen Nadelöhren, wie sie bei der Präzisions-Konfektionsfertigung verwendet werden.
Textilbetriebe verwenden Fadeneinfädler als Standard-Werkzeuge in den Nähereien. Bediener halten sie an ihren Maschinen bereit, da das Neueinfädeln häufig notwendig wird, sei es bei Fadenrissen, Farbwechsel oder Nadelwechsel. Industrielle Fadeneinfädler sind stabiler als Haushaltsversionen und haben verstärkten Draht, der Tausenden von Zyklen standhält. Drahtdurchmesser und Schlingengröße sind auf die Nadeltypen abgestimmt: Faden für Größe-80-Nadeln benötigt feinere Drahtschleifen als Faden für Größe-110-Nadeln.
Varianten und Zuverlässigkeit
Draht-Fadeneinfädler bleiben das dominierende Design, weil sie billig herzustellen sind, keine Elektrizität benötigen und selten verklemmen. Varianten umfassen geschlossene Kunststoffgehäuse, die den Draht schützen und den Griff verbessern, sowie mechanische Federversionen, die den Faden automatisch spannen. Einige Stickmaschinen und industrielle Overlock-Maschinen haben integrierte Einfädler, die aber separate Systeme vom Handwerkzeug darstellen.
Der Hauptausfallmodus ist Verformung oder Bruch des Drahts durch Stoß oder übermäßiges Biegen. Eine verbogene Schlinge ist nutzlos, weil Faden nicht sauber hindurchgleitet. Der Begriff Fadeneinfädler wird seit mindestens der Mitte des 20. Jahrhunderts verwendet und ist direkt aussagekräftig: er fädelt Nadeln ein. Es gibt keinen anderen gebräuchlichen Begriff im englischen Textilhandels-Vokabular.