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Elektrotechnik

Negative Logik

Englisch: negative logic

Logisches System, bei dem der höhere positive Spannungspegel den Booleschen Wert 0 und der niedrigere negative Spannungspegel den Booleschen Wert 1 repräsentiert.

Negative Logik: Umkehrung der Spannungs-zu-Wahrheitswert-Zuordnung

Negative Logik kehrt die Spannungskonvention um, die in einem digitalen Schaltkreis zur Darstellung von booleschen Zuständen verwendet wird. Während positive Logik dem höheren Spannungspegel (typischerweise 5V oder 3,3V) eine logische 1 zuordnet und der niedrigeren Spannung (Masse, 0V) eine logische 0, macht negative Logik das Gegenteil: Die höhere Spannung stellt 0 dar, die niedrigere Spannung stellt 1 dar. Diese Umkehrung gilt konsistent über eine Logikserie oder ein Teilsystem hinweg und ändert, wie UND-Gatter sich als ODER-Gatter verhalten, wie ODER-Gatter sich als UND-Gatter verhalten und so weiter.

Die Spannungsschwellwerte selbst ändern sich nicht; ein TTL-Schaltkreis verwendet immer noch ungefähr 5V für High und 0V für Low. Was sich ändert, ist die Interpretation dieser Spannungen. In positive Logik bedeutet ein 5V-Signal "wahr" oder "1". In negative Logik bedeutet dasselbe 5V-Signal "falsch" oder "0". Die Hardware kennt keinen Unterschied; der Unterschied liegt vollständig darin, wie der Techniker das Schaltschema liest und was das Gatter im größeren System bewirken soll.

Negative Logik tritt am häufigsten in älteren Industriesteuerungssystemen auf, besonders in pneumatischen und Relaisschaltungen, wo der natürliche Zustand eines Schalters oder Ventils "geschlossen" oder "inaktiv" bei einem bestimmten Spannungspegel war. Als die Mikroprozessor-Steuerung ältere Systeme ersetzte, ordneten manche Entwickler die vorhandene höhere Spannung dem logischen Zustand 0 zu, um Verdrahtungsänderungen zu minimieren oder die Betriebslogik der gesteuerten Geräte abzubilden. Dies machte den Übergang von analoger zu digitaler Steuerung in der Praxis einfacher.

Warum das am Arbeitsplatz zählt

Das Mischen von positive und negative Logik in einem System ist eine häufige Quelle schwer zu findender Fehler. Ein Techniker, der ein in positive Logik gezeichnetes Schaltschema liest, wird einen Ausgang eines Negative-Logik-Gatters missverstehen und falsche Erwartungen über das Schaltkreisverhalten haben. Viele moderne Systeme vermeiden diese Verwirrtheit, indem sie durchgängig positive Logik standardisieren; eine Integration mit älterer Ausrüstung oder mit bestimmten sicherheitskritischen Systemen erfordert aber immer noch das Verständnis von Negative-Logik-Konventionen. TTL-Datenblätter aus den 1970er und 1980er Jahren enthielten oft Wahrheitstabellen für beide positive und negative Logik-Interpretationen desselben physischen Gatters.

Der Begriff "negativ" bezieht sich nicht auf eine negative Spannung oder Subtraktion. Er bezieht sich auf die Negation oder Umkehrung der Standard-Positive-Logik-Konvention. Einige ältere Texte verwenden die Begriffe "Low-True" oder "Active-Low", um Signale zu beschreiben, die ihre Bedeutung beim niedrigeren Spannungspegel haben, was konzeptionell verwandt ist, aber verschieden von negative Logik als systemweiter Disziplin.

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