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Elektrotechnik

BORSCHT

Akronym für Battery Feed, Overvoltage Protection, Ringing, Signalling, Coding, Hybrid, Test, die Funktionen einer Teilnehmerleitungs-Schnittstellenschaltung (SLIC) in der Leitungskarte eines Telekommunikationssystems für Telefondienste.

BORSCHT: was eine Telefonleitungskarte wirklich tut

Ein BORSCHT-Schaltkreis ist ein Subscriber Line Interface Circuit (SLIC), der auf der Leitungskarte eines Telefonvermittlers oder einer zentralen Schaltstelle sitzt. Er führt sieben unterschiedliche elektrische Funktionen durch, die zum Betrieb und zur Überwachung einer analogen Telefonleitung erforderlich sind, alles in einem einzigen integrierten Schaltkreis oder Schaltblock. Das Akronym selbst ist rein mnemonisch; der Begriff blieb hängen, weil Telefoningenieure eine Abkürzung für einen Funktionssatz brauchten, der zu lang geworden war, um vollständig aufzuzählen.

Die sieben Funktionen sind: Batterieversorgung (DC-Spannung zur Stromversorgung des Telefonhörers und der Leitung), Überspannungsschutz (Begrenzung von Transienten durch Blitzschlag oder Stromspannungskontakt), Klingeln (Erzeugung des AC-Signals, das den Hörer klingeln lässt), Signalisierung (Erkennung von On-Hook- und Off-Hook-Zuständen, DTMF-Tönen und Impulswahl), Codierung (Kompression des Sprachsignals in digitalen Systemen), Hybrid (der Zwei-zu-Vier-Draht-Hybrid, der Sende- und Empfangspfade trennt) und Test (Loopback und Diagnose für Leitungstests). In der Praxis führt nicht jede BORSCHT-Implementierung alle sieben Funktionen mit gleicher Raffinesse durch; einige Funktionen können mit anderen Schaltkreisen auf der Karte integriert sein.

BORSCHT-Schaltkreise wurden in den 1980er und 1990er Jahren Standard, als Telefonbetreiber von analoger auf digitale Vermittlung migrierten, während sie analoge Teilnehmerleitungen (die letzte Meile) beibehielten. Eine typische Leitungskarte in einer digitalen Zentrale könnte 8 bis 24 SLIC-Kanäle mit jeweils eigener BORSCHT-Schaltkreistechnik enthalten. Der Schaltkreis muss Leitungsspannungen von etwa 24 Volt DC (On-Hook) bis 90 Volt AC (Klingeln) und Ströme von 20 bis 100 Milliampere tolerieren, ohne Sprachfrequenzen zu verzerren oder Übersprechen zu verursachen.

Die Klingelfunktion ist besonders anspruchsvoll: Sie muss ein 16- bis 20-Hertz-AC-Signal bei 40 bis 130 Volt RMS erzeugen, das in der Lage ist, kapazitive und resistive Lasten auf Leitungen bis zu mehreren Kilometern Länge zu treiben, während der Hybrid-Schaltkreis eine Echo-Unterdrückung von 30 bis 40 Dezibel erreichen muss, um zu verhindern, dass der Anrufer seine eigene verzögerte Stimme hört. Die Batterieversorgung muss mindestens 100 Milliampere pro Leitung liefern und dabei unter unterschiedlicher Last die Regelung aufrechterhalten.

Moderne BORSCHT-Funktionen sind oft in größere Mixed-Signal-ASICs oder Silicon-on-Insulator-Chips integriert, aber die funktionelle Aufteilung bleibt erkennbar. Der Begriff ist heute hauptsächlich historisch; da IP-Telefonie und VoIP den vermittelten Dienst ersetzen, sind reine BORSCHT-Schaltkreise seltener geworden. Allerdings treffen Telekommunikationstechniker und Netzwerkingenieure immer noch auf ältere POTS-Systeme (Plain Old Telephone Service) an, und das Verständnis dafür, was ein BORSCHT-Schaltkreis war und tat, bleibt notwendig, um ältere Zentralen und Leitungskarten zu warten oder zu verwalten.

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