Nicotiana
Englisch: nicotiana
Zierpflanze aus der Gattung Nicotiana
Nicotiana: die Tabakpflanzengattung, Zierpflanze und Nutzpflanze
Nicotiana ist eine Gattung blühender Pflanzen, die in Amerika, Australien und der Südsee heimisch ist. Sie wird sowohl als Nutzpflanze als auch als Zierpflanze in Gärten angebaut. Zur Gattung gehört Nicotiana tabacum, die Tabakpflanze, deren Blätter Nikotin-Alkaloide enthalten, die in Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak und Schnupftabak verwendet werden. Neben dem kommerziellen Tabak umfasst die Gattung zahlreiche Zierarten, die wegen ihrer röhrenförmigen Blüten geschätzt werden. Diese reichen farblich von Weiß und Rosa bis zu tiefem Rot und Violett und duften typischerweise intensiv. Die Blüten öffnen sich am späten Nachmittag.
Die kommerzielle Art N. tabacum wächst 1,5 bis 2 Meter hoch und bildet große, lanzettliche Blätter, die im Reifungsprozess Alkaloidverbindungen ansammeln. Die Ernte erfolgt, wenn die Blätter ihre optimale Reife erreicht haben, erkennbar an Farbveränderung und Textur. Danach werden die Blätter durch Lufttrocknung, Fluetrocknung oder Feuertrocknung getrocknet, je nachdem welches Tabakerzeugnis entstehen soll. Verschiedene Trocknungsverfahren erzeugen unterschiedliche Geschmacksprofile und Nikotinkonzentrationen. Virginia-Tabak wird typischerweise bei hohen Temperaturen fluegetrocknet, während Burley-Tabak in unbeheizten Scheunen über mehrere Wochen luftgetrocknet wird.
Zier-Nicotiana-Arten wie N. alata und N. x sanderae werden in der Gartenbaukunst wegen ihrer üppigen Blüte und ihrem Abendduft geschätzt. Diese Sorten wachsen kleiner, normalerweise 60 bis 100 Zentimeter, und produzieren Blüten in einer breiteren Farbpalette als kommerzielle Sorten. Gärtner pflanzen Zier-Nicotiana häufig als einjährige oder empfindliche mehrjährige Pflanzen; die Pflanzen locken Bestäuber an und gedeihen im Halbschatten gut, benötigen aber gleichmäßige Feuchte.
Der Gattungsname leitet sich von Jean Nicot ab, einem französischen Diplomaten des 16. Jahrhunderts, der Tabak aus Portugal nach Europa brachte. Der deutsche Name spiegelt diese historische Verbindung wider, obwohl die Pflanze selbst Tausende von Jahren vor dem europäischen Kontakt in Mesoamerika domestiziert wurde. In landwirtschaftlichen Zusammenhängen bezieht sich Nicotiana fast ausschließlich auf die Tabakpflanze und ihre Sorten; im gartenbaulichen Zusammenhang bezieht es sich typischerweise auf die Zierformen.
Sowohl kommerzielle als auch Zier-Nicotiana haben gemeinsame Anbauprobleme: Sie sind anfällig für Tabakmosaikvirus, verschiedene Pilzwelken und Insektenschäden durch Erdflöhe und Tabakschwärmer. Die Pflanzen sind Starkzehrer und benötigen stickstoffreiches Substrat und regelmäßige Düngung. In vielen Regionen ist die kommerzielle Nicotiana-Produktion streng durch staatliche Quoten, Lizenzen und Qualitätsstandards geregelt; der Zieranbau unterliegt solchen Beschränkungen nicht und wächst weiterhin im Handelsgartenbau.