Jhum
Englisch: jhum
Tribal geprägte Anbaumethode in Indien, bei der ein ausgewähltes Grundstück gerodet wird und zum Anbau von Feldfrüchten dient, bis die Bodenfruchtbarkeit erschöpft ist.
Jhum: Wanderfeldbau im indischen Nordosten
Jhum, auch Wanderfeldbau oder Schwenden genannt, ist ein Kreislauf aus Waldrodung, Ackerbau und Brache, der seit Jahrhunderten in den Bergregionen des indischen Nordostens praktiziert wird, besonders in Assam, Meghalaya, Mizoram und Nagaland. Ein Bauer wählt ein Waldstück oder Sekundärwald aus, schlägt Bäume und Vegetation um, lässt alles trocknen und brennt dann die Überreste ab, um Nährstoffe in den Boden freizusetzen. Feldfrüchte wie Reis, Mais, Hirse und Bohnen werden zwei bis vier Jahre direkt in die ascheangereicherte Erde gepflanzt, bis die Bodenfruchtbarkeit nachlässt. Dann wird das Land aufgegeben, um sich zu regenerieren, und der Bauer zieht zu einem neuen Feld.
Das System beruht auf einem langen Rotationszyklus, historisch fünfzehn bis zwanzig Jahre oder länger, der es dem gerodeten Land ermöglichte, sich unter natürlichem Nachwuchs zu erholen. Die Bodengesundheit hängt von dieser Brachezeit ab: der zurückkehrende Wald baut organische Substanz auf, bindet Stickstoff durch Leguminosen und stellt das Mineralienverhältnis wieder her. Das Feuer selbst tötet Schädlinge und Krankheitserreger ab und macht gebundene Nährstoffe für die sofortige Pflanzenaufnahme verfügbar. Der Arbeitseinsatz ist während der Rodungs- und Brandsaison hoch, aber der Boden benötigt keine externen Eingaben wie Dünger oder Bodenbearbeitungsgeräte, sobald die Asche eingearbeitet ist.
Warum der Kreislauf zusammenbricht
Jhum wird destruktiv, wenn Bevölkerungsdruck die Brachephase auf fünf bis zehn Jahre oder weniger verkürzt. Degradiertes Land erholt sich schlecht, die Erträge fallen, und Bauern müssen schneller neue Wälder roden, als diese nachwachsen können. Dies hat seit der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zu großflächiger Entwaldung im indischen Nordosten geführt und zerstört Wasserhaushalt, Lebensraum und Kohlenstoffvorräte. Gleichzeitig beschleunigt sich die Bodenerosion auf steilen Hängen, wenn die Brachvegetation verschwindet, bevor sie sich neu etabliert.
Der Begriff stammt vom Mizo-Wort für verschieben oder wechseln. In kolonialer Dokumentation und moderner indischer Politik wird Jhum oft als unproduktiv oder verschwenderisch eingestuft, obwohl Agronomen es als rationale Anpassung an steiles Gelände, schlechte Straßenanbindung und Arbeitskräfteengpässe anerkennen, wo mechanisierte Landwirtschaft unpraktisch ist. Moderne Bemühungen zur Stabilisierung des Systems konzentrieren sich auf die Verlängerung der Brachephasen durch Agroforstwirtschaft, die Einführung von Dauerkulturen wie Kautschuk oder Zitrusfrüchte und die Verbesserung des Marktzugangs, um eine intensivierte Produktion ohne Waldumwandlung rentabel zu machen.