Strauch
Englisch: bush
Holzgewächs mit mehreren Stämmen und geringerer Höhe, normalerweise unter sechs Metern, eher eine gärtnerische als botanische Kategorie.
Strauch: mehrköpfige Holzpflanze unter 6 Metern Höhe
Ein Strauch ist eine Holzpflanze, die aus mehreren Stämmen wächst, die in Bodennähe oder direkt am Boden entspringen, statt wie ein Baum aus einem einzelnen Stamm. Die Höhe beträgt üblicherweise maximal 4 bis 6 Meter, wobei diese Grenze eher eine Konvention als eine starre Regel ist. In landwirtschaftlichen und gärtnerischen Zusammenhängen ist die Unterscheidung wichtig, weil Sträucher eine andere ökologische und bewirtschaftungstechnische Rolle einnehmen als Bäume und anders auf Schnitt, Ernte und Neupflanzung reagieren.
Die landwirtschaftliche Relevanz konzentriert sich auf Nutzungssträucher: Fruchttragende Arten wie Himbeere, Brombeere, Blaubeere und Johannisbeere werden in der kommerziellen Produktion als Sträucher bewirtschaftet. Diese Pflanzen tragen reichlich auf mehreren Ruten oder Stämmen Früchte, die je nach Sorte und Bewirtschaftungssystem selektiv geschnitten oder komplett zurückgeschnitten werden können. Weinreben werden in vielen Regionen auch in Strauchform erzogen, wobei das Rebgerüst in Hüfthöhe oder darunter gehalten wird. Nussfrüchte wie Haselnüsse werden oft in Strauchform angebaut statt als einzelstämmige Bäume, was mechanische Ernte erleichtert.
Strukturelle und mechanische Vorteile erklären, warum Landwirte die Strauchform wählen. Mehrere Stämme verteilen die Last von Früchten oder Laub gleichmäßiger, wodurch Windschäden und Ausfallrisiken sinken. Sträucher benötigen weniger Raum in der Höhe, was sie leichter zu netzen, zu spritzen oder von Hand zu ernten macht, ohne dass hohe Maschinen nötig sind. Sie regenerieren auch leicht nach Beschädigungen oder starkem Rückschnitt, weshalb traditionelle Niederwälder Sträucher bewusst erhielten. Bei mechanisierter Reihenkultur passen Sträucher besser zu Reihenabstand und Erntemaschinenfreiraum als Bäume.
Strauchform ist nicht festgelegt: eine Himbeerstaude kann als einzelne aufrechte Rute, als ausladender mehrköpfiger Strauch oder sogar als Heckenreihe erzogen werden. Schnittzeitpunkt und Schnittintensität verändern die Pflanzenarchitektur. Sommerfruchtende Sorten behalten üblicherweise zwei bis dreijährige Ruten; Herbstfruchtende werden oft jährlich auf den Boden zurückgeschnitten. Vernachlässigte Sträucher verholzen und werden unproduktiv; gut gepflegte Exemplare liefern zuverlässig Ertrag. Einige Ziersträucher wie Liguster oder Weißdorn vertragen starke Schnitte und werden als Hecken genutzt.
Der Begriff selbst ist ungenau, weil die botanische Unterscheidung zwischen Strauch und Kleinbaum eher im Verzweigungsmuster und in der Stammzahl liegt als in harten Höhengrenzen. Eine Hasel oder ein Weißdorn kann als einzelstämmiger Baum bis 8 Meter wachsen oder als mehrköpfiger Strauch 4 Meter bleiben, je nachdem wie es von Jugend an bewirtschaftet wurde. In diesem Sinne beschreibt Strauch eher eine Wuchsform und Nutzungsweise als einen fest definierten Pflanzentyp.