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Industrieelektronik

Nixie-Röhre

Englisch: Nixie tube

Veraltete elektronische Anzeigevorrichtung zur Darstellung von Ziffern oder anderen Informationen mittels Glimmentladung.

Nixie-Röhre: gasgefülltes Ziffernanzeigelement mit orangerotem Glimmen

Eine Nixie-Röhre ist eine Vakuumröhre, gefüllt mit einem Gemisch aus Neon- und Argongas bei niedrigem Druck, die zur Anzeige von Dezimalziffern oder alphanumerischen Zeichen durch Gasionisation verwendet wird. Im Glaskolben sitzen zehn gestaffelte Draht-Kathoden in der Form der Ziffern 0 bis 9 sowie ein Anodengitter. Wird eine hohe Spannung (üblicherweise 170 bis 180 Volt Gleichspannung) zwischen der gewählten Kathode und der gemeinsamen Anode angelegt, ionisiert das Gas und leuchtet um die ausgewählte Zifferform orangerot auf, wodurch sie durch das Glas sichtbar wird.

Die Röhre verdankt ihren Namen den Nixie-Modellen von Burroughs aus den 1950er-Jahren, obwohl die Technologie von Telefunken in Deutschland entwickelt wurde. Häufige Varianten sind die IN-14 (sowjetische Fertigung, in den 1970er- und 1980er-Jahren weit verbreitet), die ZM1000-Serie (Osteuropa) und verschiedene japanische Typen. Es gibt Röhren mit einer Ziffer und mit mehreren Ziffern; manche Röhren haben eine Dezimalpunkt-Kathode für den Einsatz in digitalen Messgeräten. Die Röhrengröße variiert von etwa 35 mm Höhe für kompakte Industrietypen bis über 70 mm für hochwertige Laboranzeigen.

Nixie-Röhren erfordern höhere Spannungen und Treiberschaltungen als moderne LEDs oder LC-Displays, was ihren Betrieb teuer macht und eine Integration in tragbare batteriebetriebene Geräte unmöglich macht. Zudem unterliegen sie dem Kathodenzerstäuben, einer graduellen Helligkeitsabnahme über Tausende von Stunden, wenn sich Metall von den Kathoden ablöst und auf der Anode ablagert. Trotz dieser Nachteile beherrschten Nixie-Röhren die Industrieinstrumente, Laborgeräte, Messinstrumente und einige Unterhaltungselektronik bis in die 1980er-Jahre.

Das sichtbare Glimmen ist Plasma, keine Wärmestrahlung. Jede Ziffer zieht je nach Röhrentyp und Anspannung etwa 1 bis 4 Milliampere. Nixie-Röhren benötigen keine Aufwärmzeit und dunkeln im Gegensatz zu Glühfaden-Anzeigelementen nicht mit dem Alter nach, wobei das genannte Zerstäuben eine typische Betriebsdauer von 5.000 bis 20.000 Stunden bedeutet. Das Multiplexen mehrerer Röhren an einer einzigen Hochspannungsleitung war bei Frequenzzählern, Multimetern und industriellen Prozessanzeigetafeln gängige Praxis.

Heute sind Nixie-Röhren in neuen Geräten veraltet, werden aber von Sammlern von Vintage-Elektronik und Hobbybastlern geschätzt. Neue nicht verwendete Röhren sind noch aus osteuropäischen Lagern erhältlich, allerdings sind die Preise deutlich gestiegen, da die Bestände schwinden. Moderne Hobbybastler bauen manchmal kleine Nixie-Uhren oder Anzeigetafeln mit Microcontroller-Treibern und Hochspannungs-Schaltstromkreisen, wobei sie diese eher als Retro-Designwahl denn als praktische Alternative zu digitalen Anzeigen behandeln.

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