No-Go
Englisch: no-go
Messlehre, die nicht in ein Werkstück eindringen darf, wenn die Maßgenauigkeit des geprüften Teils richtig eingehalten ist.
Nicht-bestanden: die Ausschussseite einer Grenzlehre
Eine Nicht-bestanden-Lehre ist die größere oder lockerere einer Lehrenpaarung, die verwendet wird, um zu überprüfen, ob ein bearbeitetes Teil innerhalb der Toleranz liegt. Während eine Bestanden-Lehre bestätigt, dass das Teil groß oder fest genug ist, prüft die Nicht-bestanden-Lehre, ob es nicht übergroß oder zu locker gefertigt wurde. Falls ein Teil in die Nicht-bestanden-Lehre eingeht oder eingreift, ist das Teil Ausschuss oder muss nachbearbeitet werden.
Grenzlehren werden in gepaarten Sätzen gefertigt. Eine Bestanden-Lehre setzt die untere Toleranzgrenze fest, eine Nicht-bestanden-Lehre setzt die obere Grenze. Bei einem auf 10 mm +0,05 / -0,00 gebohrten Loch würde die Bestanden-Lehre 10,00 mm und die Nicht-bestanden-Lehre 10,05 mm sein. Das Teil muss die Bestanden-Lehre glatt durchlaufen und darf auf keinen Fall in die Nicht-bestanden-Lehre eindringen. Diese binäre Bestanden-Ausfall-Prüfung ist schneller und günstiger als die Messung mit einer Schieblehre und schließt Ablesefehler aus.
Nicht-bestanden-Lehren werden in zwei Hauptformen hergestellt. Dornlehren prüfen innere Bohrungen und Nuten; Ringlehren prüfen äußere Durchmesser und Wellen. Beide sind gehärtete Stahlzylinder mit dem Nicht-bestanden-Durchmesser auf exakte Größe geschliffen. Das Nicht-bestanden-Ende ist meist rot gestrichen oder mit einer Nut gekennzeichnet, um es vom Bestanden-Ende zu unterscheiden. Der Verschleiß an der Nicht-bestanden-Lehre ist kritisch: wird sie abgenutzt und übergroß, werden gute Teile fälschlicherweise ausgeschlossen.
Nicht-bestanden-Lehren sind am häufigsten in der Großserienproduktion verbreitet, wo die Inspektionsgeschwindigkeit die Kosten für die Wartung eines Lehrensatzes rechtfertigt. In Einzelfertigung oder Werkstattproduktion ist die direkte Messung oft praktischer. Nicht-bestanden-Lehren verschleißen mit dem Gebrauch, besonders unter abrasiven Bedingungen oder bei Verwendung auf rauen Gussoberflächen. Eine regelmäßige Kalibrierung gegen eine Musterlehre ist erforderlich; viele Werkstätten legen sich einen Austauschplan zu und ziehen Lehren nach einem bestimmten Produktionsvolumen aus dem Verkehr.
Der Begriff Nicht-bestanden spiegelt die Funktion der Lehre als Barriere wider: das Teil sollte nicht in sie eindringen. Das steht im Gegensatz zu Bestanden-Lehren, in die das Teil frei eindringen sollte. Diese Unterscheidung ist grundlegend für die britische und ISO-Lehrenterminologie und findet sich bei allen Arten der Grenzprüfung, von Gewindelehren bis zu Kegellehren.