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Fertigung

Paspel

Englisch: piping

Verzierung an Kanten eines Kleidungsstücks; kleine mit Stoff überzogene Schnur.

Paspel: mit Stoff umwickelte Schnur zum Kantensaum von Kleidungsstücken

Paspel ist ein dekorativer Besatz aus einer dünnen, fest in Stoff umwickelten Schnur oder einem Seil, das in Nähte oder Kanten von Kleidungsstücken eingenäht wird. Der Schnurkern besteht üblicherweise aus Baumwolle, Polyester oder gelegentlich Jute und hat normalerweise einen Durchmesser von 2 bis 4 mm. Der äußere Stoff, Schrägstreifen genannt, weil er diagonal zur Fadenlauf geschnitten wird, ermöglicht es der Paspel, glatt um Kurven zu folgen, ohne zu beulen. Die fertige Paspel misst zwischen 3 und 6 mm Breite, wenn sie gefaltet und genäht ist, und schafft eine sichtbare Kante, die Säume definiert und gleichzeitig strukturelle Verstärkung bietet.

Paspel erfüllt sowohl funktionale als auch ästhetische Aufgaben bei der Schneiderei und Kleidungsherstellung. Funktional stabilisiert sie Nähte an Armlöchern, Ausschnitten und Taillenband und reduziert Fadenfrayen sowie verlängert die Lebensdauer des Kleidungsstücks. Die umwickelte Schnur verhindert, dass rohe Stoffkanten unter Belastung ausfransen oder sich trennen. Ästhetisch bietet sie einen professionellen Finish und ermöglicht Herstellern, Kontrastfarben, Muster oder Texturen einzuführen, die die Silhouette des Kleidungsstücks definieren. Eine dunkelblaue Wollblazer mit roter Paspel an den Revers ist ein klassisches Beispiel für diese duale Funktion.

Die Herstellung von Paspel erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird der Schrägstreifen in einem 45-Grad-Winkel zur Fadenlauf aus dem Stoff geschnitten. Der Streifen wird dann mit einer speziellen Paspelfuß oder einer Schrägbandmaschine um die Schnur gewickelt, die den Stoff um die Schnur faltet und gleichzeitig näht. Eine Paspelmaschine kann je nach Schnurdurchmesser und Stoffdicke 20 bis 40 Meter pro Stunde produzieren. Der Paspelbesatz wird dann mit einem Reißverschlussfuß oder Paspelfuß in das Kleidungsstück genäht, der es der Nadel ermöglicht, so nah wie möglich an der Schnur zu nähen, ohne sie zu treffen.

Häufige Fehler und Varianten

Paspel kann fehlschlagen, wenn der Schrägstreifen parallel zur Fadenlauf statt in 45 Grad geschnitten wird, da ihm dann die Elastizität für gekrümmte Nähte fehlt und er beim Dehnen kräuselt. Die Schnur selbst kann in den umwickelten Stoff verrutschen, wenn die Spannung beim Wickeln ungleichmäßig ist, und sichtbare Beulen erzeugen. Dicke Stoffe oder stark aufgeraute Materialien wie Cord erfordern lockeres Wickeln, um zu verhindern, dass die Paspel knickt. Doppelpaspel, bei der sich zwei Paspelkanten an einer Ecke treffen, muss sorgfältig gehrung werden, um Volumen zu vermeiden und saubere Linien zu erhalten.

Paspel erscheint am häufigsten in taillierten Kleidungsstücken wie Jacken, Blazern und Abendgarderobe, wo ihre scharfe Definition zur strukturierten Konstruktion passt. Sie wird auch bei Kinderkleidung, Uniformen und gepolsterten Gegenständen wie Kissen und Polstermöbeln verwendet. Die Technik hat ihre Wurzeln in Militäruniformen des 18. Jahrhunderts und bleibt ein Erkennungszeichen hochwertiger Kleidungsfinishes. Die moderne Massenproduktion ersetzt Paspel manchmal durch einfachere Flachbortagen oder Kantenzierstiche, um Arbeitskosten zu sparen, wodurch handgepaspelte oder hochwertig maschinengepaspelte Kleidungsstücke ein Merkmal teurerer Schneiderarbeit sind.

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