Ölfilter
Englisch: oil filter
Ein Filter zur Entfernung von Verunreinigungen aus Motoröl, Getriebeöl, Schmieröl oder Hydrauliköl.
Ölfilter: Trennpatrone, die das Öl sauber hält
Ein Ölfilter ist eine Patrone oder ein Behälter vom Dostyp, gefüllt mit einem porigen Medium, normalerweise gefaltetes Papier oder Kunststofffaser, das Schwebstoffe im zirkulierenden Öl zurückhält. Wenn Öl unter Pumpendruck durchfließt, erfasst das Filtermedium ferromagnetische Verschleißteilchen, Staub, Ruß und Oxidationsnebenprodukte und leitet das saubere Fluid zurück ins System. Der Filter sitzt unterhalb des Ölsumpfes oder Reservoirs, aber oberhalb von Bauteilen, die Schutz benötigen: Lagerflächen, Ventilkörper, Pumpeninnenteil und Turbinen.
Industrielle Ölfilter sind in zwei Hauptausführungen erhältlich. Steckkerzentausch-Filter, verbreitet in Motoren und mobilen Maschinen, schrauben direkt auf einen Gewinde-Anschluss und enthalten Medium und Bypassventil in einer Metallbüchse. Element-Filter haben eine austauschbare Patrone, die in einen schüssel- oder zylinderförmigen Kopf eingesetzt wird, typisch in größeren stationären Maschinen, Hydraulikanlagen und Kompressoren. Element-Filter ermöglichen den Medienwechsel ohne Störung des Gehäuses, was Ölverschüttungen bei der Wartung reduziert.
Die Filtergröße hängt von Durchsatzrate und Verschmutzungsziel ab. Ein 10-Mikron-Filter lässt Teilchen kleiner als 10 Mikrometer durch; ein 25-Mikron-Filter ist grobporiger. Das Systemdesign bestimmt die Klassifizierung: Hydraulikkreisläufe erfordern oft 3 bis 10 Mikrometer zum Schutz von Servoventilen und Aktoren; Motorölfilter arbeiten typisch bei 20 bis 30 Mikrometer. Der Druckabfall über das Element steigt mit zunehmender Verschmutzungslast; wenn der Differenzdruck einen Grenzwert erreicht (normalerweise 3 bis 5 bar), öffnet sich ein federbelastetes Bypassventil und ermöglicht ungefiltertes Öl zu fließen, statt das System zu verhungern.
Ausfallarten und Folgen
Ein überbrückter Filter führt ungefiltertes Öl zu kritischen Oberflächen und beschleunigt den Verschleiß. Umgekehrt führt ein verstopfter Filter, der nicht umgeht, zu Verhungerung und schnellen Schäden an Lagern. In Industriepressen und Kompressoren kann zusammengefallenes Filtermedium angesammelte Teilchen nachgelagert freigeben. Wassereintritt durch eine beschädigte Filtersrngung verunreinigt Hydraulikflüssigkeit, was zu Korrosion und Lackaufbau führt. Regelmäßige Kontrolle und turnusmäßiger Austausch nach Zeitplan oder Zustandskontrolle verhindern diese Ausfälle.
Ölfilter werden nach ISO 4406 Reinheitscodes klassifiziert (angegeben als Teilchen größer als 4, 6 und 14 Mikrometer pro Milliliter). Ein Hydrauliksystem mit Spezifikation ISO 18/16/13 erfordert kontinuierliche Filtration, um diesen Standard zu halten. Die Beta-Quote des Filters, gemessen durch Teilchenzählung, quantifiziert die Trenneffizienz bei einer gegebenen Mikrongröße: ein 25-Mikron-Filter mit Beta-200 bedeutet, dass er 200 Teilchen größer als 25 Mikrometer für jedes einfallende Teilchen zurückhält.