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Industriebedarf, Maschinen und Bauteile

Balancier-Pumpenmotor

Englisch: bull pump

Ein direkter Einfachwirkungs-Pumpenmotor, bei dem der Dampfzylinder über der Pumpe angeordnet ist.

Kolbenpumpe: Dampfkraft trifft Einhubförderung

Eine Kolbenpumpe ist eine direkt wirkende einteilige Dampfmaschine, die mit einem Pumpenmechanismus gekoppelt ist; der Dampfzylinder sitzt vertikal über der Pumpenstange. Die Maschine wandelt Dampfdruck in mechanische Hin- und Herbewegung um, die die Pumpenstange auf und ab treibt. Der Name leitet sich vom charakteristischen kräftigen, entschlossenen Hub der Anlage ab, der dem Stoß eines Tieres ähnelt. Im Gegensatz zu separaten Maschinen- und Pumpeneinheiten, die durch Riemen oder Zahnräder verbunden sind, vereinigt die Kolbenpumpe beide Funktionen in einem vertikalen Stapel, was sie kompakt und effizient für stationäre Anwendungen wie Grubentwässerung, Kesselspeisung und Fabrikwassersysteme macht.

Der Dampfzylinder sitzt direkt über dem Pumpenzylinder, eine gemeinsame Stange läuft durch beide hindurch. Wenn Dampf in den Zylinder über dem Kolben eintritt, drückt der Druck die Stange nach unten und zieht die Pumpenstange darunter aus. Dieser Abwärtshub saugt Wasser durch das Einlassventil in die Pumpenkammer, während der Aufwärtshub Wasser durch das Auslassventil ausstößt. Der Kolben steigt dann an, wenn Dampf entweicht und durch frische Ladung ersetzt wird, womit der Zyklus vollendet ist. Diese direkte mechanische Kopplung bedeutet, dass keine Energie durch Kraftübertragung verloren geht; jedes Pfund Dampfdruck wird in Pumpenleistung umgewandelt.

Varianten und praktische Grenzen

Kolbenpumpen wurden in Größen gebaut, die von kleinen Werkstatteinheiten mit etwa 500 Gallonen pro Stunde bis zu massiven Industriemaschinen mit 10.000 Gallonen oder mehr reichten. Materialien und Konstruktion waren unterschiedlich: das Pumpenteil war normalerweise Grauguss mit Messingeinsatz, während der Dampfzylinder Eisen mit Bronze- oder Graugussmuschelsitzventilen war. Frühe Modelle nutzten flache Schieberventile; spätere Konstruktionen setzten auf D-Schieber oder Kolbenventile für bessere Dampfverteilung. Sie liefen bei moderaten Drücken, üblicherweise zwischen 40 und 100 Pfund pro Quadratzoll, da der einteilige Zylinder keine Ausbalancierung bot und hoher Druck übermäßige Vibrationen und Verschleiß an den Fundamentbolzen verursachte.

Die einhubige Konstruktion setzte einer praktischen Obergrenze für Hub und Geschwindigkeit Grenzen. Weil die Pumpe nur bei einem Hub fördert, kann die Zykluszeit nicht unter das hinaus verringert werden, was die Dampfzufuhr zulässt, ohne die Pumpenwirksamkeit zu beeinträchtigen. Die Kesselleistung musste sorgfältig auf den Maschinenverbrauch abgestimmt werden; ein zu kleiner Kessel würde unter Last zu Druckabfall führen und die Maschine aushungern. Die offenen Pumpenstangen, die den Elementen ausgesetzt waren, erforderten regelmäßige Dichtungswartung, um Wasserlecks über die Stangendichtungen zu verhindern.

Kolbenpumpen beherrschten stationäre Pumpanlagen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die frühen 1900er Jahre, besonders in Bergwerken, wo sie Wasser bewegten, das sonst Ausgrabungen geflutet hätte. Sie wichen allmählich Verbundmaschinen, Duplexeinheiten (zwei einteilige Pumpen in Reihe) und schließlich elektromotorgetriebenen Kreiselpumpen. Beispiele blieben jedoch an abgelegenen Orten und in Industriedenkmälern weit ins zwanzigste Jahrhundert hinein in Betrieb, geschätzt für ihre Zuverlässigkeit und ihre Fähigkeit, mit minimaler Fachaufsicht zu arbeiten, sobald sie liefen.

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