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Landtechnik

Olla

Englisch: olla

Ein unglasierter Tonkrug, der in die Erde eingegraben wird, um eine langsame und gleichmäßige Bewässerung zu ermöglichen.

Olla: vergrabener Tontopf zur Bewässerung von unten

Eine Olla ist ein unglasiertes Tongefäß, typischerweise kugel- oder birnenförmig mit schmalem Hals, das in die Erde eingegraben wird, um Wasser direkt an Pflanzenwurzeln zu liefern. Wasser sickert langsam durch die porösen Tonwände und versorgt die Pflanzen über Tage oder Wochen ohne Oberflächenverdunstungsverluste. Der Topf wird von oben durch seine Öffnung gefüllt, dann verschlossen oder lässt das Wasser langsam durchsickern, während die umgebende Erde austrocknet und Feuchtigkeit durch den Ton zieht.

Traditionelle Ollas haben einen Durchmesser von 20 bis 30 cm und werden von Hand aus niedrig gebranntem Steingut gedreht, das auch nach dem Brand porös bleibt. Die Tonmasse enthält typischerweise 15 bis 25 Prozent Sand oder Körnung, um übermäßiges Schwinden und Risse zu verhindern. Größere Varianten, die in Weinbergen und Obstplantagen verwendet werden, können 45 cm Durchmesser erreichen. Der Hals ist meist eingekniffen oder offen mit einem Durchmesser von 4 bis 5 cm, breit genug zum Wassergießen, aber schmal genug, um Verdunstung und Verschmutzung zu minimieren.

Das Verfahren funktioniert, weil unglasiertes Ton hygroskopisch ist: Wenn die Erde neben dem vergrabenen Topf unter das Wasserpotenzial des Tons austrocknet, werden Wassermoleküle durch die poröse Struktur in die Erde gezogen. Die Nachfüllhäufigkeit hängt vom Bodentyp, der Temperatur und dem Wasserbedarf der Pflanzen ab. In sandigen Böden müssen Ollas alle 5 bis 10 Tage gefüllt werden, in Lehmböden alle 14 bis 21 Tage. Das System ist passiv, benötigt keine beweglichen Teile und kann nicht durch Mineralsalze verstopfen, wie es bei Tropfbewässerungssystemen vorkommt, obwohl Kalkablagerungen die Durchlässigkeit im Laufe der Jahreszeiten verringern können.

Praktische Anwendung und Grenzen

Ollas eignen sich für mehrjährige Bepflanzungen und Gemüse in ariden oder semiariden Klimazonen, in denen Wasser knapp oder teuer ist. Sie werden in der Nähe von Pflanzenstängeln eingegraben, typischerweise 15 bis 30 cm tief, damit Wurzeln auf feuchte Erde treffen, ohne zu staunässen. Sie funktionieren schlecht in schwerem Ton, der nass bleibt, oder in Frostklimaten, wo wiederholte Frost-Tau-Zyklen den Ton zerstören. Nagetiere können den Ton beschädigen oder sich dort einnisten; tieferes Eingraben hilft. In feuchten Regionen kann die langsame Sickerrate zu Pilzproblemen führen, wenn der Boden ständig nass ist.

Der Begriff stammt aus spanischen und arabischen Quellen der mittelalterlichen iberischen Landwirtschaft. Ollas werden weiterhin in Mexiko, im Südwesten der USA, in Teilen Nordafrikas und dem Nahen Osten verwendet, wo sie älter als moderne Bewässerungstechnik sind und immer noch bevorzugt werden, wo Wassersparen oder Stromverfügbarkeit ein Problem darstellen. Moderne Ton-Ollas werden in Mexiko, Spanien und Teilen Indiens hergestellt, obwohl die Technologie einfach genug ist, damit lokale Töpfer sie produzieren können.

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