Omnidirektional
Englisch: omnidirectional
Mit ringförmigem Abstrahlmuster, das in allen Azimutrichtungen gleich stark ist.
allrichtungsantenne: gleichmäßige Signalstärke in alle horizontalen Richtungen
Eine Allrichtungsantenne strahlt elektromagnetische Energie in alle Richtungen um ihre vertikale Achse gleich ab und empfängt sie auch gleich. In der horizontalen Ebene (Azimut) bildet das Abstrahlmuster einen Kreis; in der vertikalen Ebene (Elevation) hängt das Muster vom Antennentyp und der Frequenz ab. Das unterscheidet sich stark von gerichteten Antennen, die Energie in eine oder mehrere bevorzugte Richtungen konzentrieren und in anderen unterdrücken.
Die häufigste Allrichtungsantenne ist die vertikale Peitsche oder das Monopol, ein einzelner Leiter senkrecht zur Erde montiert. Viertelwellen-Monopole mit typischerweise 0,25 Wellenlängen Länge sind Standard in Funkverbindungen, Mobilfunkmasten und WLAN-Accesspoints. Horizontal ausgerichtete Halbwellen-Dipole strahlen ebenfalls in der Azimutebene allrichtungsförmig. Bei höheren Frequenzen wird das allrichtungsmuster schwieriger zu erreichen; eine physikalisch kurze Antenne im Verhältnis zur Wellenlänge neigt zu allrichtungsförmigem Verhalten, während längere Antennen Nebenkeulen und Nullstellen entwickeln.
Der Kompromiss liegt zwischen Gewinn und Abdeckung. Allrichtungsantennen verzichten auf den Richtungsgewinn einer Yagi oder einer Parabolschüssel und bieten normalerweise 2 bis 5 dBi Gewinn je nach Ausführung. Dafür versorgen sie eine vollständige 360-Grad-Fläche, ohne dass Rotation oder Nachführung erforderlich ist. Das macht sie ideal für mobile Einheiten, Rundfunk und fest installierte Systeme, bei denen sich Benutzer oder Ausrüstung aus unvorhersehbaren Winkeln nähern.
Die praktische Leistung hängt von der Umgebung ab. Bodenreflexionen, nahegelegene Metallstrukturen und dichte Hindernisse verzerren das ideale Kreismuster. Eine auf einem Fahrzeugdach oder Masttop montierte Allrichtungsantenne zeigt Nullstellen und Keulen in der vertikalen Ebene, und Asymmetrien in der horizontalen Ebene sind in der Nähe von Gebäuden üblich. Impedanzanpassung und Speiseleitung sind wichtig; eine schlechte Verbindung führt zu Fehlanpassungsverlust, der die effektive Strahlung verschlechtert.
Allrichtungsantenne wird oft mit isotrop verwechselt, was eine theoretische Punktquelle ist, die in alle drei Dimensionen gleich strahlt. Keine echte Antenne ist isotrop. Der Begriff Allrichtungsantenne ist präzise: gleichmäßig in alle Azimutrichtungen, aber das Elevationsmuster bleibt antennenspezifisch und frequenzabhängig. Diese Unterscheidung ist wichtig für Funkstreckenbilanzen und Abdeckungsprognosen.