Oleo-Fahrwerk
Englisch: oleo
Ein energieabsorbierendes Landefahrwerk, bei dem eine plötzliche Kompression oder Ausdehnung das Gas in einer Kammer dazu bringt, einen Kolben zu betätigen, der Öl durch eine kleine Öffnung presst und so Energie durch Viskosität aufnimmt.
Oleo: hydraulischer Stoßdämpfer für sichere Flugzeuglandungen
Ein Oleo-Fahrwerk ist eine Landefahrwerk-Baugruppe, die die kinetische Energie eines landenden Flugzeugs aufnimmt. Wenn die Räder die Landebahn treffen, wird das Fahrwerk zusammengepresst; Öl wird durch eine regulierte Öffnung gepresst, und der entstehende Strömungswiderstand bremst die Kompression und wandelt die Aufprallenergie in Wärme um. Moderne Transportflugzeuge setzen fast ausschließlich auf Oleo-Fahrwerke statt auf starre oder federgestützte Systeme, da sie eine sanfte und vorhersehbare Energieabsorption über einen großen Bereich von Landegewichten und Sinkgeschwindigkeiten bieten.
Das Fahrwerk enthält zwei Kammern, die durch einen Kolben getrennt sind. Die obere Kammer enthält komprimiertes Stickstoffgas, normalerweise auf 600 bis 1200 psi druckbeaufschlagt, je nach Flugzeugtyp und Konstruktion. Die untere Kammer enthält Hydrauliköl und steht über die Regelöffnung, eine präzise bemessene Passage, mit dem Öl verbunden und steuert die Durchflussrate. Wenn das Flugzeug landet und das Fahrwerk zusammengepresst wird, sinkt der Stickstoffdruck; wenn sich das Fahrwerk wieder ausfährt, drückt der Stickstoffdruck den Kolben nach unten und presst das Öl aus, was die Rückprallbremswirkung erzeugt, die ein Hochspringen verhindert.
Instandhaltung und Ausfallarten
Oleo-Fahrwerke benötigen regelmäßige Wartung, um wirksam zu bleiben. Die Stickstoffladung muss nach Wartungsplan überprüft und nachgefüllt werden; zu wenig Druck führt zu rauhen Landungen und übermäßigem Reifenverschleiß, zu viel Druck reduziert den Fahrtweg und kann zum Fahrwerkskollaps führen. Ölstände müssen überprüft und die Flüssigkeit in festgelegten Abständen gewechselt werden, da Verunreinigung oder Abbau des Hydrauliköls die viskose Dämpfung beeinträchtigt und die innere Reibung erhöht, die unerwünschte Wärme erzeugt.
Häufige Ausfälle sind Stickstofflecks am Gasventilsitz, die zu einem allmählichen Druckverlust und schlechterem Rückgang führen; Öllecks an der Kolbenstangendichtung, die die Dämpfung reduziert und Hydraulikreste auf der Landebahn hinterlässt; und Korrosion der Kolbenstange durch Salzsprüh oder Feuchtigkeit, die die Staboberfläche aufraue macht und den Dichtungsverschleiß beschleunigt. Ein defektes Oleo-Fahrwerk muss vor dem Flug ersetzt oder gewartet werden; ein kollabiertes Fahrwerk oder eines, das sich nicht richtig ausfährt, ist ein Ausfall am Boden.
Der Begriff "Oleo" stammt vom lateinischen Wort für Öl ab und bezog sich ursprünglich auf Margarine aus Pflanzenöl. In der Frühzeit der Luftfahrt wurde der Begriff auf diesen Fahrtypus übertragen, da Öl als zentrales Energieabsorptionsmedium verwendet wird. Das Oleo-Fahrwerk wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts verfeinert und ist bis heute praktisch unverändert geblieben; moderne Varianten verwenden anspruchsvollere Materialien für Kolbendichtungen und verbesserte Methoden zum Füllen mit Stickstoff, aber das Funktionsprinzip hat sich bei Flugzeugen von Regional-Zweimotorern bis zu schweren Frachthubern bewährt.