Aussenweide
Englisch: outrun
Abgelegene Weidefläche auf einem Ackerbaubetrieb.
Outrun: Marginalweiden außerhalb des Hauptbetriebs
Ein Outrun ist eine Fläche mit rauem Weideland, typischerweise auf Moorland oder Gemeindegrund, die ein Landwirt zur Tierhaltung außerhalb der eingezäunten Hauptfelder des Betriebs nutzt. Im Gegensatz zum Ackerland im Kernbereich eines Hofes sind Outruns oft ungezäunt, abgelegen oder gemeinsam mit anderen Landwirten genutzt. Sie stellen eine wirtschaftliche Erweiterung der Produktionskapazität eines kleineren oder mittleren Betriebs dar, ohne die Kosten für Zäunung oder Verbesserung zu tragen.
Outruns finden sich vor allem in Hochlagen und Marginalregionen: in den Scottish Highlands, im Lake District, in den Walisischen Bergen und ähnlichem Gelände, wo eingezäuntes Land knapp oder unwirtschaftlich zu entwickeln ist. Sie dienen der Haltung von Zuchtvieh, besonders Schafen und Rindern, auf Land, das zu rauh, zu nass oder zu arm für Ackerbau ist. Ein Landwirt mit 200 acres Talweiden könnte Nutzungsrechte für 500 bis 1.000 acres Berghang-Outrun haben und damit Herde oder Herde vervielfachen, die der Hauptbetrieb tragen kann.
Die Grenze zwischen einem Outrun und gewöhnlichem Gemeindegrund verschwimmt. Traditionell waren Outrun-Rechte an den Hof gebunden: Man durfte das Outrun nutzen, weil man ein Haus und Feld in der Nähe besaß oder pachtete. Schottische Bergbauernhöfe haben oft formelle Outrun-Rechte in Eigentumseinträgen oder Gemeindeweide-Registern dokumentiert. Diese Rechte können Besatzzahlen begrenzen und Jahreszeiten festlegen; viele Outruns sind während des Frühjahrslammezeit oder im Winter geschlossen, wenn das Vieh eingestallt sein sollte.
Praktische Zwänge und Rückgang
Outruns verursachen echte Kosten. Vieh auf entferntem rauem Gelände erfordert regelmäßige Kontrollen, Zusammentrieb zur Behandlung und Markierung, um Verluste zu vermeiden. Lämmer, die auf Outrun-Weiden geboren werden, können sich verirren; Krankheiten verbreiten sich unvorhersehbar über gemischte Herden. Unverbessertes Outrun-Weideland ist von schlechter Qualität: Heidekraut, Rauheit und Wildkräuter, die nur langsam mästen und geringere Marktpreise als Stallvieh oder von verbessertem Weideland bringen. Wetterexposition erhöht auch die Sterblichkeit in strengen Wintern.
In der modernen britischen Landwirtschaft sind Outrun-Rechte zurückgegangen, da Gemeindeländer eingezäunt, umzäunt oder neu eingestuft werden. Umweltvorschriften beschränken jetzt die Besatzzahlen auf vielen Hochland-Outruns zum Schutz der Moorland-Lebensräume. Jüngere Landwirte verkaufen oder verpachten Outrun-Rechte häufig, anstatt sie zu nutzen, da die Arbeitskosten nicht zu rechtfertigen sind. Der Begriff selbst ist heute vor allem im schottischen Pachtrecht und in der Hochland-Naturschutzpolitik aktuell, wo Outrun eine formelle Kategorie in Hofförderungsprogrammen darstellt.