Waschgrube
Englisch: washpit
Offene Grube mit durchfließendem Wasser zum Waschen von Vieh.
Waschgrube: versenkte Wanne zur Reinigung von Vieh und Parasitenbekämpfung
Eine Waschgrube ist ein in den Boden oder Betonboden eingelassener Kanal mit fließendem Wasser, durch den Rinder, Schafe oder anderes Vieh getrieben werden, um Schmutz, Schlamm, Dung und äußere Parasiten zu entfernen. Die Tiere waten durch die Grube oder werden je nach Ausführung und Parasitenbefall teilweise ins Wasser gedrückt. Das fließende Wasser transportiert loses Material ab und hilft dabei, Zecken, Läuse und Milben aus dem Fell und von den Beinen der Tiere zu lösen.
Waschgruben werden in der Regel aus Beton, Stein oder gestampfter Erde gebaut und sind üblicherweise 1,2 bis 2,4 m lang, 0,6 bis 1,2 m breit und 0,3 bis 0,9 m tief. Die Wasserzufuhr kommt aus einem Bach, einer Quelle, einem Pumpensystem oder einer Regenwassersammlung; konstante Durchflussrate ist notwendig, um zu verhindern, dass das Wasser nach den ersten Tieren stagniert und verschmutzt. Ausgangsrampen mit geriffelten oder strukturierten Oberflächen ermöglichen es den nassen Tieren, ohne auszurutschen die Grube zu verlassen. Viele ältere Gruben in Weidegegenden verzichten auf chemische Behandlung und verlassen sich ganz auf die mechanische Wirkung des Wassers und die Eigenbewegung der Tiere zum Lösen der Parasiten.
Über die einfache Reinigung hinaus dient die Waschgrube als Applikationssystem für Viehbad. Wenn sie mit einem Zirkulationssystem verbunden ist, das Parasitenbekämpfungs- oder Akarizidmittel ins Wasser mischt, wird die Grube zu einer arbeitsarmen Alternative zum Sprühen von Hand oder zu Gießmitteln, besonders wertvoll auf Betrieben mit hunderten Tieren. Das Soakverfahren gewährleistet eine bessere Hautbenetzung als bloßes Sprühen. Die Wassertemperatur beeinflusst die Wirksamkeit; kaltes Wasser verringert die Effektivität und belastet die Tiere, daher werden Gruben in kühleren Klimazonen manchmal von beheiztem Wasser versorgt oder dürfen Sonnenwärme aufnehmen.
Rückgang und Fortbestand
Waschgruben sind heute in intensiven Milch- und Mastbetrieben selten geworden, verdrängt durch präzisere Dosierverfahren, mobile Behandlungsanlage und Gießmittel. Sie halten sich hauptsächlich auf Weidebetrieben in Regionen, in denen große Herden regelmäßig zwischen Weideflächen wechseln und Bade-Infrastruktur bereits vorhanden ist. Eine Waschgrube erfordert erhebliche Investitionen, zuverlässige Wasserzufuhr das ganze Jahr hindurch und eine Anordnung, die Vieh während des Sammelns durch die Struktur leitet, was ihre Verwendung auf Betrieben mit verteilter Beweidung oder verteilten Wasserquellen einschränkt.
Der Begriff selbst spiegelt die volkstümliche Benennung von Außeninfrastruktur wider: die Grube ist buchstäblich ein Loch, in dem Waschen stattfindet. Regionale Varianten sind Tauchbecken (geschlossene oder halboffene Ausführungen), Schwimmbäder (tiefere Gruben für größere Eintauchung) und Sprührennenbahn (Überleitung in gedeckten Bahnen). Die Wartung ist aufwändig: Sedimentablagerung, Algenbildung und Viehmist müssen bewirtschaftet werden, sonst wird die Grube unwirksam und zur Krankheitsquelle. In trockenen oder Saison-Wasserregionen macht eine unterbrochene Wasserzufuhr die Grube innerhalb weniger Tage unbenutzbar.