Pastoralwirtschaftler
Englisch: pastoralist
Person, die sich mit Pastoralwirtschaft befasst und deren Hauptbeschäftigung die Viehhaltung ist.
Pastoralisten: Viehzüchter, kein Ackerbauer
Ein Pastoralisten ist eine Person, deren Lebensunterhalt vom Aufzucht und dem Treiben von Vieh über Land abhängt, statt Feldfrüchte anzubauen. Die Tiere, in der Regel Schafe, Ziegen, Rinder, Kamele oder Yaks je nach Geografie und Klima, liefern Fleisch, Milch, Häute, Wolle und Dung für Brennstoff oder Dünger. Pastoralisten können das Land, auf dem sie arbeiten, besitzen oder unter Gewohnheits- oder Gemeinschaftslandnutzungssystemen operieren; in vielen Regionen betreiben sie Transhumanz und treiben Herden saisonal zwischen Weiden, um Wasser und Futter zu finden.
Die Arbeit erfordert ständige Überwachung der Tiergesundheit, der Wasserquellen und des Zustands der Weideland. Ein Pastoralisten muss die Futterqualität, saisonale Vegetationszyklen, Krankheitsmuster und Marktpreise kennen. In Trocken- und Halbtrockengebieten ist die Weidewirtschaft oft die einzige tragfähige Agrar-Strategie, da Niederschlag und Bodenqualität zuverlässige Feldfrüchte verhindern. Die Größe schwankt erheblich: Selbstversorgerherden haben vielleicht 20 bis 50 Tiere pro Familie; kommerzielle Betriebe führen Tausende.
Weidesysteme reichen von nomadisch (ständige Bewegung Wasser und Vegetation folgend) über halb-transhumant (feste Winter- und Sommerlager) bis stationär (ständige Ansiedlung mit gepflegter Beweidung in der Nähe). Gemischte Agropastoral-Systeme verbinden Viehzucht mit begrenzte Feldfrüchte. Einige Pastoralisten arbeiten als angestellte Hirten für abwesende Eigentümer; andere sind unabhängige Erzeuger, die auf Viehmarkten verkaufen. In industrialisierten Regionen ist die Bezeichnung weniger verbreitet, beschreibt aber Landwirte, die Rinder oder Schafe auf Weideland statt in intensiven Mastanlagen halten.
Pastoralisten stehen wiederkehrenden Druck gegenüber: Landverlust an Schutzgebiete oder Ackerbau, Klimavariabilität (besonders Dürre), Viehkrankheiten und Preisvolatilität. Der Zugang zu Krediten, veterinären Dienstleistungen und Marktinformationen bleibt in Weidegegenden ungleich verteilt. Politische Grenzen und Einschränkungen der Migration haben traditionelle Weidesysteme in vielen Ländern aufgeteilt. Ausrüstung und Betriebsmittel, von Salzleckern über Impfstoffe bis zu Zaunmaterial, sind in Weidegebieten oft weit entfernt und teuer.
Der Begriff kommt ins Englische vom lateinischen pastor (Hirte) und behält einen breiten Sinn, der Hirten aller Vieharten in jedem System abdeckt. In Entwicklungs- und Politikkontexten unterscheidet 'Pastoralisten' Subsistenz- und Halbkommerz-Hirten von Agribusiness-Mastbetrieben und hat Implikationen bezüglich Landrechte, Marginalisierung und Widerstandsfähigkeit in Grenzgebieten.