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Kfz-Technik

aufbohren

Englisch: overbore

Stärker ausbohren als bei der ursprünglichen Konstruktion vorgesehen, besonders so weit ausbohren, dass die Wandstärke des Gusses an die Grenze geht.

Überbohrung: Zylinderbohrung über sichere Grenzen hinaus

Überbohrung ist das Verfahren, eine Zylinderbohrung über die Werksangabe zu vergrößern, typischerweise um 0,020 bis 0,060 Zoll (0,5 bis 1,5 mm) bei Personenwagen oder noch weiter bei Motorsportmotoren. Die Zylinderwand wird dünner, wenn Material abgetragen wird, und das Gussstück selbst setzt harte Grenzen: Geht man zu weit, durchbricht man die ursprüngliche Wandstärke und erzeugt Schwachstellen, die unter Verbrennungsdruck zum Rissen neigen.

Hauptzweck ist es, einen größeren Kolben und Ringkits aufnehmen zu können, was den Hubraum erhöht und oft die Füllungsgüte verbessert. Eine Überbohrung von 0,030 Zoll bei einem 350-Kubikzoll-V8 bringt rund 18 Kubikzoll hinzu. Serienläufe bieten üblicherweise ein oder zwei werksseitige Überbohrungsgrößen mit entsprechenden Kolben und Ringen als aufeinander abgestimmte Sätze. Ein Maschinenbauer in einer Überholungswerkstatt kann auf Zwischengrößen bohren, muss die Wandstärke aber vorher mit Schieblehren oder Ultraschallmessung überprüfen, bevor die Bohrung fertiggestellt wird.

Gusseisenblöcke unterscheiden sich konstruktionsbedingt und je nach Gießverfahren in der Wandstärke. Ein typischer Pkw-Guss lässt 0,200 bis 0,260 Zoll Material zwischen der Bohrungswand und der Außenfläche oder dem Kühlmantel. Rennblöcke und Aftermarket-Gusskomponenten haben manchmal dickere Wände (0,300+ Zoll), um aggressive Überbohrung zu ermöglichen. Aluminiumblöcke erfordern noch größere Vorsicht, weil thermische Wechsel höhere Spannungen verursachen als Eisen, und Aluminium hat eine geringere Steifheit, was Durchbiegung unter Last verstärkt.

Ausfallarten sind Kolbenklappern (übermäßiger Spielraum), Ringflattern, Blowby und im schlimmsten Fall ein Gussriss, der eine komplette Motorüberholung erzwingt. Ein Riss beginnt üblicherweise an einer Schwachstelle und breitet sich unter dem thermischen und Druckwechsel normalen Betriebs aus. Manche Überholer fahren konservativ und bohren nur 0,010 bis 0,020 Zoll übergroß, um die Wandstärke deutlich innerhalb der Grenzen zu halten, nehmen aber den Hubraum verlust in Kauf.

Der Begriff erscheint in Teilekatalogen als Überbohrungskolben oder Überbohrungskits, und Werkstätten werben oft mit ihrer Bohrkapazität: "auf 0,060 Überbohrung gebohrt" oder "für +60-Kolben vorbereitet". Die ursprüngliche Wandstärke des Gussstücks und der angestrebte Enddurchmesser der Bohrung müssen vor jedem Schnitt bekannt sein.

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