SpracheEnglishDeutsch
Landtechnik

über Blatt

Englisch: over the top

adjectiveLandtechnik

Ausbringung nach unten auf die Pflanzen im Feld, im Gegensatz zu anderen Applikationsmethoden.

Von oben: Sprühbehandlung direkt auf die Feldfrüchte

Over the top bezeichnet die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder Herbiziden durch direkte Sprühbehandlung auf das Blattwerk und die oberen Oberflächen von Feldfrüchten. Dies ist die häufigste Applikationsmethode in der Feldwirtschaft und unterscheidet sich von Bodeneinarbeitung, Saatgutbehandlung oder Chemigation (Applikation über Bewässerungswasser). Das Sprühgut wird typischerweise von auslegermontierten Düsen auf einem Traktor oder selbstfahrendem Spritzgerät verteilt, das mit einer Höhe von 38 bis 61 cm über dem Blattdach zwischen den Reihen fährt.

Der Begriff leitet sich von der buchstäblichen Sprührichtung ab: Das Material wird über die Pflanzen verteilt, nicht darunter oder durch das Bodenprofil. Frühe Spritzgeräte wurden entwickelt, um Material von oben abzugeben und damit die Benetzung der freiliegenden Blattoberflächen zu maximieren, wo viele Insekten fressen und Pilzkrankheiten entstehen. Der Begriff wird in der modernen Landwirtschaft verwendet, obwohl es präzisere Bezeichnungen wie Blattdüngung oder Blattapplikation gibt.

Die Over-the-top-Anwendung funktioniert gut für Kontaktherbizide, Insektizide gegen oberirdische Schädlinge und Schutzfungizide, weil die Haftung des Mittels auf der Blattoberfläche entscheidend für die Wirksamkeit ist. Systemische Präparate, die Wurzelaufnahme benötigen, zeigen bei Over-the-top-Anwendung nur schwache Leistung, es sei denn, sie sind mit Netzmitteln und Zusatzstoffen formuliert, die das Eindringen in das Blatt und die Umverteilung fördern. Der Zeitpunkt ist kritisch: Das Sprühgut muss trockenes Blattwerk treffen, und Regen in den ersten 30 Minuten bis wenige Stunden nach der Anwendung kann unaufgenommenes Material abhängig von der Produktchemie abwaschen.

Abdeckungsprobleme und Abtrift

Vollständige Benetzung aller Blattoberflächen ist bei praktischen Auslegerhöhen und Fahrtgeschwindigkeiten schwierig. Dichte Blattdächer erzeugen Schattenbereiche, in denen untere Blätter wenig Sprühgut erhalten, und Over-the-top-Anwendung kann bodennahe Unkräuter oder Insekten nicht erreichen, sobald die Bestandeshöhe 30 cm überschreitet. Abtrift in benachbarte Flächen oder Nichtzielbereiche ist ein großes Problem bei Over-the-top-Verfahren, besonders bei feinen Tröpfchen aus Hydraulikdüsen oder luftgestützten Systemen bei Windstärke.

Moderne Over-the-top-Programme hängen von korrekter Tröpfchengröße, geeigneter Zusatzstoffwahl und richtiger Düsenauswahl ab. Grobe Tröpfchen reduzieren Abtrift, aber erhöhen das Risiko schlechter Abdeckung; feine Tröpfchen verbessern die Abdeckung, driften aber weiter. Erzeuger müssen diese Anforderungen gegen Spritzfenster, Bestandesstadium und Schadinsektendruck abwägen, um zu entscheiden, ob Over-the-top-Anwendung für ein bestimmtes Mittel und Feldverhältnis die beste Wahl bleibt.

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