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Bergbau und Gewinnung

Peloid

Englisch: peloid

Ein Allochem, das aus Mikrit zusammengesetzt ist.

Peloid: Schlamm-Körnung als Baustoff in Karbonatgestein

Ein Peloid ist ein gerundetes oder ellipsoidales Körnchen aus Mikrit, dem feinsten Karbonatschutt, das in Karbonatgesteinen wie Kalkstein eingelagert ist. Mikrit selbst besteht aus Calcit-Kristallen kleiner als 4 Mikrometer. Peloids bilden die Grundmasse vieler erz- und abbaufähiger Kalksteinlagerstätten, wo sie sich als uralte Sedimente auf Meeresböden oder in flachen Lagunen angesammelt haben. Ihre Präsenz und Häufigkeit beeinflussen direkt die Porenraum, Durchlässigkeit und Bearbeitbarkeit des Wirtsgesteins.

Peloids unterscheiden sich in Herkunft und Zusammensetzung. Intraklasten sind Peloids aus Bruchstücken bereits verfestigten Karbonatschlamms, die zerbrochen und umgelagert wurden. Onkoide und Pisooide sind größere, konzentrisch geschichtete Peloids, die durch Algen- oder Bakterienwirkung aufgebaut wurden. Kotpellets, von urzeitlichen Meeresorganismen erzeugt, sind kleine, einzelne Peloids, die im Sediment verdichtet wurden. Mikritisierte Körner sind ursprüngliche Skeletttrümmer wie Muschel- oder Korallenteile, die chemisch und physikalisch zu Mikritkörnern zerfallen und zu Peloid-Form umgebildet wurden. Jeder Typ reagiert unterschiedlich auf die Diagenese, die chemische Umwandlung, die loses Sediment in Festgestein verwandelt.

Peloids im Berg- und Steinbruchbau

Bei der Kalksteingewinnung verhalten sich peloidreiche Zonen deutlich anders als grobkörnigere Karbonatgesteine. Hoher Peloidgehalt mindert die Festigkeit und Dauerhaftigkeit des Steins und macht ihn untauglich für Strukturkörnung oder Verblendstein; solches Material wird oft zu niedriger grädiger Verwendung wie Schuttfüllung oder Stahlerzeugungsfluss geleitet. Umgekehrt können peloiddominierte Kalksteine mit guter Zementierung ein gleichmäßiges, feines Produkt liefern, das für die Zementherstellung geschätzt wird. Größe und Form einzelner Peloids, oft 0,25 bis 0,5 Millimeter Durchmesser, bestimmen, wie der Stein bei Sprengung und Zerkleinerung bricht.

Die Peloidhäufigkeit steuert auch die Flüssigkeitsbewegung durch Karbonatgrundwasserleiter und Erdöllagerstätten. Peloidreiche Schichten wirken als Wanderungsbarrieren, weil ihre kleine Korngröße und Verdichtung nur minimalen Porenraum hinterlassen. In Karstregionen, wo Kalkstein abgebaut oder ausgegraben wird, hilft das Verständnis der Peloidverteilung, Senkungsrisiko und Grundwasserverhalten vorherzusagen. Geologen und Steinbruchbetreiber kartieren Peloid-Fazies, um Sprengdesign und Verarbeitungsstrategie zu optimieren.

Der Begriff Peloid stammt vom Griechischen "pelos", was Schlamm oder Ton bedeutet. Es ist kein Ton im mineralogischen Sinne, sondern vielmehr eine visuelle und granulometrische Bezeichnung: korngroße Ansammlungen des feinsten Karbonatschlamms. Das Konzept entstand Mitte des 20. Jahrhunderts in der Karbonatpetrografie und ist wesentlich für die Dunham- und Folk-Klassifikationssysteme, die zur Beschreibung und Einstufung von Kalkstein für industrielle Zwecke verwendet werden.

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