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Fertigung

Tuchschau

Englisch: perching

Überprüfung von Stoff vor der Veredelung.

Perching: Vorkontrolle von Geweben unter Vergrößerung vor der Veredlung

Perching ist die systematische Überprüfung von gewebten oder gestrickten Stoffen im rohen (unveredelt) oder halbfertigen Zustand, die vor der endgültigen Veredlung stattfindet. Der Kontrolleur sitzt an einem Perch, einer geneigten Arbeitsfläche oder einem Rahmen, und zieht das Gewebe langsam an seinem Auge oder unter einer Lupe vorbei, typischerweise mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 30 Yards pro Minute, abhängig vom Gewicht und der Schwere der gesuchten Fehler. Ziel ist es, Webfehler, Strickfehler, Verschmutzung und Beschädigungen zu erkennen, die nach dem Färben, Bedrucken oder anderer Veredlung dauerhaft und unverkäuflich werden würden.

Der Perch selbst ist traditionell eine einfache geneigte Tisch- oder Ständerkonstruktion, wobei moderne Anlagen motorisierte Walzen, bessere Beleuchtung und Vergrößerungsgeräte enthalten können. Das Gewebe wird von einer Rolle abgewickelt und während der Kontrolle auf eine andere Rolle aufgewickelt. In großen Betrieben kann die Kontrolle in einem eigenen Bereich mit mehreren Stationen und standardisierter Beleuchtung stattfinden, oft mit Leuchtstoff- oder LED-Anlagen, die so positioniert sind, dass Schatten eliminiert und Farbabweichungen oder Oberflächenunregelmäßigkeiten sichtbar werden. Einige Betriebe nutzen Kontrollmaschinen mit elektronischen Sensoren und Kameras zur automatischen Fehlererkennung, doch die visuelle Inspektion bleibt der Standard.

Typische Fehler bei der Kontrolle

Kontrolleure achten auf gerissene Ketten- oder Schussthreads, fehlende Schüsse (unausgefüllte Bereiche im Schuss), Noppen (dicke Stellen im Garn), Knoten, Löcher, Flecken, Öl- oder Fettrückstände, Garnverschmutzung und Webfehler wie fallen gelassene Maschen oder Musterunterbrechungen. Ort und Umfang jedes Fehlers werden typischerweise auf einem Fehlerformular dokumentiert, damit die Veredlungsabteilung entscheiden kann, ob der Stoff gerettet werden kann, ob die Fehler klein genug sind, um mit Rabatt zu verkaufen, oder ob das ganze Stück abgelehnt werden muss.

Perching ist arbeitsintensiv und erfordert geschultes und aufmerksames Personal. Müdigkeit und schlechte Beleuchtung führen zu übersehenen Fehlern, deshalb sind die Schichten typischerweise kurz und die Arbeitsplätze ergonomisch gestaltet, um Augenbelastung zu minimieren. Diese Tätigkeit ist weiterhin in vertikal integrierten Betrieben und Auftragsveredlern verbreitet, besonders bei Naturfasern und Spezialgeweben, wo die Fehlerquoten höher sind oder wo die Qualitätsanforderungen hoch sind. In einigen asiatischen und europäischen Betrieben bleibt die Kontrolle trotz Automatisierungsbemühungen eine bedeutende Beschäftigungskategorie.

Der Begriff leitet sich von der erhöhten Sitzposition des ursprünglichen Kontrolleurs ab, der auf einem hohen Hocker saß, um einen besseren Winkel und besseres Licht auf das bewegte Gewebe zu erhalten. In einigen Regionen wird das Verfahren als Inspektion, Überprüfung oder Stoffkontrolle bezeichnet, aber Perching bleibt der Standardbegriff in englischsprachigen Betrieben. Perching liegt zwischen dem Weben und der Veredlung in der Produktionspipeline und wird oft als letzte Gelegenheit angesehen, den Stoff abzulehnen oder zu reparieren, bevor erhebliche Investitionen in Farbstoffe und Veredlungen anfallen.

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