Plaid
Englisch: plaid
Köperstoffgewebe aus Wolle, oft mit Tartan- oder Karomuster.
Plaid: Karierter Stoff in Köperbindung
Plaid ist ein köperbindiger Wollstoff, der sich durch ein Muster aus gekreuzten Streifen oder Karos in verschiedenen Farben auszeichnet. Die Köperbindung selbst, bei der Kette und Schuss abwechselnd über und unter zwei Fäden verlaufen, erzeugt die charakteristische diagonale Riffelung, die die Oberflächenstruktur des Stoffs prägt und ihm Körper und Elastizität verleiht. Das Muster entsteht durch die Anordnung gefärbter Garne in Kette und Schuss vor dem Weben, sodass die Farbgebung strukturell bedingt und nicht aufgedruckt oder nachträglich aufgebracht ist.
Im weitesten industriellen Sinne kann jeder karierte oder gemusterte Wollstoff als Plaid bezeichnet werden, wobei der Begriff oft den schwereren, haltbareren Versionen für Anzugstoffe und Oberbekleidung vorbehalten ist. Das Gewicht liegt typischerweise zwischen 12 und 16 Ounce pro Yard bei Anzugsplaids und 18 Ounce oder mehr bei Mantelstoffen. Die Köperbindung wirft Wasser natürlicherweise besser ab als Leinwandbindungen ähnlichen Gewichts, was Plaid besonders für wetterfeste Anwendungen geeignet macht.
Die Musterbenennung stammt aus gälischen Traditionen, besonders schottischen Tartans, denen traditionell ein Clan oder eine Region zugeordnet war. In der modernen Fertigung werden Plaidmuster nach dem Sett klassifiziert, der Musterwiederholung gemessen in Fadenzahl. Ein enges Sett mit vielen Fäden pro Zoll erzeugt ein dichtes, feines Karo; ein lockeres Sett ergibt ein kräftiges, offenes Muster. Dasselbe Sett in unterschiedlichen Farben und Garntypen ergibt völlig unterschiedliche kommerzielle Produkte.
Herstellung und Mängel
Plaidstoff wird auf Kraftwebstühlen hergestellt, die für mehrfarbiges Einzetteln ausgestattet sind. Die Hauptherausforderung besteht darin, die Spannung über die gesamte Stoffbreite gleichmäßig zu halten, da das Muster eine präzise Ausrichtung der Kettfäden in bestimmten Farbfolgen erfordert. Webfehler sind unter anderem Noppen (Verdickungen im Garn), herausgerissene Maschen, die das Muster unterbrechen, und ungleichmäßige Seitenkantespannung, die zu welligen Kanten führt. Die Verarbeitung umfasst Walken zur Verfestigung der Bindung, Scheren zum Aufrauen und Schneiden des Flors sowie Pressen zur scharfen Fixierung der Falten und des Musters.
Plaid ging im 19. Jahrhundert mit der Mechanisierung schottischer Mühlen zur Tartanweberei für Exportmärkte in die Großproduktion über. Der Stoff wird weiterhin mit formeller und halbformeller Herrenoberbekleidung assoziiert, besonders Anzüge und Hemden, aber die zeitgenössische Plaidproduktion wird von Baumwollmischungen und Chemiefasern statt reiner Wolle dominiert. Die Köperbindung selbst bleibt bei diesen Materialsubstitutionen erhalten, weil sie die Kombination aus Haltbarkeit, Aussehen und Fall verleiht, die den Stoff über Klimazonen und Verwendungszwecke hinweg kommerziell erfolgreich macht.