SpracheEnglishDeutsch
Bergbau und Gewinnung

erdölhaltig

Englisch: petroliferous

Erdöl enthaltend oder Erdöl liefernd.

ölführendes Gestein: Gestein mit wirtschaftlich nutzbarem Ölvorkommen

Eine ölführende Formation oder Schicht ist eine Gesteinsschicht, die ausreichend Erdöl in ihren Poren und Rissen enthält, um einen wirtschaftlich rentablen Abbau zu ermöglichen. Es geht nicht nur um Gestein mit Ölspuren, sondern um eine Schicht, in der Kohlenwasserstoffe in solchen Mengen und Konzentrationen vorhanden sind, dass Bohrungen, Fertigstellungsarbeiten und Fördermaßnahmen gerechtfertigt sind. Der Begriff beschreibt den geologischen Zustand selbst, nicht den Vorgang der Rohstoffgewinnung.

Ölführendes Gestein ist in der Regel sedimentär, am häufigsten Sandstein, Schluffstein oder Kalkstein mit einer Porenraum-Durchlässigkeit von 10 bis 30 Prozent und einer Permeabilität, die einen Flüssigkeitsstrom zu einer Bohrung ermöglicht. Das Öl nimmt den Porenraum neben Wasser und Erdgas ein; die Sättigung, also der Anteil des Porenvolumens, das mit Öl statt mit Wasser gefüllt ist, bestimmt die Förderkapazität. Eine Formation kann ölführend sein und dennoch wirtschaftlich unrentabel bleiben, wenn die Ölsättigung gering ist oder wenn umgebende Dichtungsgesteine (Tonstein, Evaporite) nicht ausreichend sind, um migrierendes Kohlenwasserstoffe zu speichern.

Erkennung und Bewertung

Ölführende Intervalle werden durch Kernanalyse, Bohrlochmessungen und Drucktests identifiziert. Ein Kernmuster mit sichtbaren Ölflecken, Fluoreszenz unter ultraviolettem Licht oder positiven Ergebnissen von Ölgehaltmessungen zeigt eine ölführende Zone an. Bohrlochmessungen, insbesondere niedrige Dichte, hohe Porenraum-Durchlässigkeit und hoher elektrischer Widerstand, unterstützen die Interpretation. Nicht alle ölführenden Formationen fördern in wirtschaftlichen Mengen; Kapillardruck, relative Permeabilität und Fluidviskosität beeinflussen alle den Anteil des Öls, das zu einer Bohrung mobilisiert werden kann.

Das geologische Umfeld bestimmt, ob eine ölführende Formation produktiv wird. Sie muss in einem Erdölsystem liegen: ein Muttergestein (in dem organisches Material begraben und erhitzt wurde, um Öl zu erzeugen), ein Migrationspfad, das ölführende Speichergestein selbst und ein Dichtungsgestein. Wenn eines dieser Elemente fehlt oder die zeitliche Abfolge nicht stimmt, liefert eine ölführende Schicht nichts. Umgekehrt kann ein dünnes ölführendes Intervall mit ausgezeichnetem Dichtungsgestein und hoher Ölsättigung wesentlich wertvoller sein als ein dickerer, aber wassersättigter Sandstein.

Der Begriff ist beschreibend und nicht vorhersagend. Eine Formation, die in einem Gebiet als ölführend identifiziert wurde, kann wenige Kilometer entfernt nicht ölführend sein, da sich die Ablagerungsumgebung, die Integrität des Dichtungsgesteins oder die Ladung ändern. Das Bohrrisiko wird durch die Integration von Seismik-Kartierung, Vergleiche mit nahegelegenen Feldern und Beckenmodellierung reduziert, um die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, dass eine Perspektive ein ölführendes Intervall mit ausreichender Größe und Qualität enthält, um die Kosten zu decken.

Mehr aus Mining and extraction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.