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Textiltechnik

Pfleiderer

Englisch: pfleiderer

Gezähnte Maschine zum Zerkleinern von Zellulose bei der Herstellung von Kunststoffen.

Pfleiderer: die Zerkleinerungsmaschine, die Fasern für die Viskosefaserherstellung aufbricht

Ein Pfleiderer ist eine mechanische Zerkleinerungsmaschine mit rotierenden gezahnten Trommeln oder Zylindern, die in der Aufschlussphase der Viskosefaserherstellung eingesetzt wird. Seine Aufgabe besteht darin, Zellulosefasern (üblicherweise aus Holzschliff oder Baumwolllinters) in kleine, gleichmäßige Fragmente zu zerlegen, die sich leichter in dem Natronlauge- und Schwefelkohlenstoff-Chemikalienbad auflösen, das zur Bildung der Viskosellösung erforderlich ist. Ohne Vorzerkleinerung würden die Zellulosen in großen Bündeln verbleiben und sich ungleichmäßig auflösen, was zu schwachem oder uneinheitlichem Garn führt.

Die Maschine besteht aus einem Hoppertrichtersystem und zwei oder mehreren gegenlaufend rotierenden Trommeln mit gehärteten Stahlzähnen. Die Zahngeometrie und der Trommelabstand bestimmen die Fragmentgröße, die typischerweise zwischen 2 und 6 Millimetern liegt. Die Zähne sind in Schraubenmuster angeordnet, um das Material stetig voranzutreiben und dabei zu schneiden. Die Zuführungsgeschwindigkeit und die Trommelgeschwindigkeit beeinflussen die Verweilzeit und die abschließende Partikelverteilung. Die meisten industriellen Pfleiderer arbeiten mit Drehzahlen von 200 bis 600 Umdrehungen pro Minute.

Varianten und Betrieb

Trommeltyp-Pfleiderer dominieren in der Produktion, aber einige Papierfabriken nutzen Hammermühlen oder Refiner-ähnliche Ausführungen mit vergleichbarer Zerkleinerungswirkung. Die Zelluloseaufgabe muss vorgequetscht werden auf etwa 8 bis 12 Prozent Feuchtegehalt; nasses Schleifgut verstopft die Zähne und führt zu ungleichmäßigem Schnitt. Das zerkleinerte Material fließt direkt in Lagertanks vor der chemischen Behandlung. Staubabsaugung ist notwendig, da feine Zellulosepartikel ein Atemwegsrisiko und Explosionsgefahr in geschlossenen Räumen darstellen.

Zahnverschleiß ist das Hauptthema bei der Instandhaltung. Nach 150 bis 300 Betriebsstunden, je nach Fasertyp und Härte, müssen die Zähne ersetzt oder die Trommel nachgeschärft werden. Stumpfe Zähne erzeugen Faserfeinheiten und übergroße Fragmente statt sauberer Bruchkanten, was die Qualität der Viskosellösung und die nachgelagerte Garnfestigkeit beeinträchtigt. Einige Anlagenbetreiber überprüfen und rotieren die Trommeln regelmäßig, um die Abnutzung auszugleichen.

Der Name leitet sich von Pfleiderer ab, einem deutschen Maschinenhersteller, der vom frühen 20. Jahrhundert an in der Zellstoff- und Viskosefasertechnik einen Namen hatte. Der Begriff wird in einigen Regionen generisch verwendet, obwohl moderne Ausrüstungen anderer Hersteller die gleiche Funktion erfüllen. Die Viskoseproduktion ohne wirksame Zerkleinerung führt zu hohen Ausschussquoten und Qualitätsmängeln, weswegen der Pfleiderer-Schritt trotz Kapital- und Instandhaltungsaufwand wirtschaftlich sinnvoll ist.

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