Tourenwagen
Englisch: phaeton
Großes offenes Kraftfahrzeug mit Klappdach.
Phaeton: das offene Auto, das die Anfänge des Automobilismus prägte
Ein Phaeton ist ein großes, offenes Kraftfahrzeug mit vier Sitzplätzen in zwei Reihen, typischerweise mit einem einziehbaren Stoffdach ausgestattet, das von einem klappbaren Rahmen gestützt wird. Die Karosserie sitzt hoch auf dem Fahrgestell, mit minimalem Seitenschutz und Fokus auf Fahren in der freien Luft. Die meisten zwischen 1910 und 1930 gebauten Phaetons boten Platz für vier bis sieben Insassen auf mehreren Bänken und eigneten sich dadurch für Familienfahrten bei passendem Wetter.
Der Phaeton verdankt seinen Namen der mythologischen Figur und der Pferdekutsche, die ihm vorausging. Frühe Autohersteller übernahmen die Bezeichnung, um Komfort und Tourenfahrtfähigkeit zu signalisieren, weniger Geschwindigkeit oder Luxus. Das Antriebskonzept sah einen längs eingebauten, üblicherweise wassergekuhlten Motor vor, mit einer Leistung zwischen 15 und 50 PS je nach Baujahr und Hersteller. Die Zündung funktionierte über Magnetzünder oder Batterie, Anlasser waren Handkurbeln.
Bauweise und Varianten
Werksseitig gefertigte Phaetons gab es in verschiedenen Ausführungen. Der Touring-Phaeton war das häufigste Modell: fünfsitzig mit Windschutzscheibe, Werkzeugkasten und extern montiertem Ersatzrad. Der Dual-Cowl-Phaeton hatte zwei separate Windschutzscheiben und einen erhöhten Mittelteil zwischen den vorderen und hinteren Bänken, was besseren Wetterschutz bot. Sport-Phaetons waren leichter und wendiger mit großzügigeren Sitzen und weniger Verzierungen. Schraubenfedern trugen den Rahmen; Blattfedern waren an der Hinterachse Standard. Canvas- oder Mohair-Stoffdächer rollten in einen Behälter hinter den Rücksitzen zusammen.
Der Phaeton konkurrierte direkt mit anderen offenen Bauarten: dem Roadster (kleiner, zweisitzig), dem Touring Car (ähnliche Karosserie, niedrigere Bauweise) und später dem Cabriolet (integriertes Faltdach). Ab Mitte der 1930er Jahre schrumpfte der Phaeton-Markt, da allwettertaugliche Geschlossene zur Norm wurden und höhere Autobahngeschwindigkeiten das offene Fahren weniger attraktiv machten. Die Werksfertigung endete großteils nach 1940, obwohl Hot-Rod-Tuner und Spezialisten die Form bis in die Nachkriegszeit hinein weiterfuhrten.
Heute werden erhaltene Phaetons von Sammlern wegen ihrer Sichtbarkeit und zeitgenössischen Authentizität geschätzt. Die hohe Sitzposition, fehlende Türen und offene Innenausstattung machten sie anfällig bei Unfällen, ein praktischer Nachteil, der ihren Produktionsausstieg beschleunigte. Restaurierte Phaetons behalten oft originale Magnetzünder oder Batteriesysteme, handbetätigte Bremsen und Gashebel sowie Stoffdächer bei, die regelmäßige Wartung gegen Schimmel und Fäulnis erfordern.