Pick-at-Will
Englisch: pick-at-will
Bezugnahme auf einen Webmaschinen-Typ mit mehreren Spulenmagazinen, der es ermöglicht, verschiedene Garnfarben nach Bedarf zu kombinieren.
Pick-at-will: Weben Sie jede Farbe, wann immer Sie möchten
Ein Pick-at-will-Webstuhl ist eine Webmaschine mit mehreren Schiffchen-Boxen, die entlang des Reets angeordnet sind. Der Webmeister kann bei jedem Schuss auswählen, welches Schiffchen in das Fach eindringt (die Bewegung des Schussfadens über die Kettfäden). Im Gegensatz zu einem Standard-Webstuhl, bei dem ein einzelnes Schiffchen vorhersehbar läuft, ermöglichen Pick-at-will-Webstühle, die Schussfarbe oder den Fadentypus auf Abruf zu wechseln. Sie haben direkte Kontrolle über das Webmuster, ohne den Stuhl stillzulegen oder manuell einen neuen Faden einzufädeln.
Der Mechanismus beruht auf einem Wahlmechanismus, der früher mechanisch, später nockengesteuert oder elektronisch angetrieben war und das Schiffchen je nach Eingabe des Webers zur richtigen Box leitet. Ein Pick-at-will-Webstuhl kann vier bis zwölf oder mehr Schiffchen-Boxen haben. Der Webmeister wählt Farben per Handhebel, Fußpedal oder elektronischer Steuerung, abhängig vom Alter und der Ausstattung des Stuhls. Diese Flexibilität war besonders wertvoll für gemusterte Stoffe, Karo-, Streifen- und kleine Zierelemente, bei denen häufige Fadenwicksel nötig waren, das Stehen des Stuhls aber unwirtschaftlich gewesen wäre.
Warum die Bezeichnung in der Produktion wichtig ist
Der Vorteil lag in Geschwindigkeit und Vielseitigkeit. Bei einem traditionellen Webstuhl bedeutete das Weben eines Musters mit häufigen Farbwechseln entweder manuelle Eingriffe oder mechanische Programmkarten (wie beim Jacquard). Ein Pick-at-will-Webstuhl lief durchgehend, während der Webmeister nur Schiffchen auswählte; die Produktion blieb flüssig und die Arbeitskosten blieben niedriger als bei Stopps für manuelle Wechsel. Der Nachteil war die größere Komplexität mehrerer Schiffchen-Boxen und deren mechanischer Wahlvorrichtungen, die mehr Wartung und Rüstzeit erforderten.Pick-at-will-Webstühle wurden ab dem frühen bis mittleren zwanzigsten Jahrhundert zum Standard für Mühlen, die Baumwoll- und Wollstoffe, Anzugstoffe und dekorative Textilien herstellten. Sie waren besonders in britischen Mühlen verbreitet. Das System ist heute weniger gebräuchlich, da moderne schiffchenlose Webstühle (Rapier- und Luftdüsenwebstühle) noch größere Flexibilität und Geschwindigkeit bieten. Einige Spezial- und Schmalmühlen betreiben Pick-at-will-Ausrüstung jedoch noch für Nischeanwendungen, bei denen das Gewebe stabil ist, aber Farbvielfalt erforderlich ist.
Die Schwäche des Systems war mechanische Komplexität und Installationskosten. Schiffchenkollisionen waren immer ein Risiko, wenn der Wähler verfehlte oder wenn die Zeitsteuerung abwich, und verschlissene Mechanikteile konnten zu Fehlschüssen führen, die sowohl den Stoff als auch die Ausrüstung beschädigten. Der Begriff selbst spiegelt die Erfahrung des Webmeisters wider: Sie wählten bei jedem Schuss, welche Schiffchen-Box Sie wollten, anstatt einem festen Zyklus zu folgen oder sich auf externe Programmsteuerung zu verlassen.