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Fertigung

Picker

Englisch: picker

Das Organ eines Webstuhls, das das Ende der Spule trifft und diese durch die Kettfäden treibt.

Picker: der Arm, der das Schiffchen über den Webstuhl wirft

Ein Picker ist ein gelenkter oder hin- und hergehender Arm an einem Kraftwebstuhl, der auf ein Ende des Schiffchens schlägt und es durch das Fach von einer Seite der Kette zur anderen treibt. Er ist eine Hauptkomponente des Schiffchenwurfmechanismus und arbeitet zeitlich abgestimmt mit dem Öffnen und Schließen des Kettenfachs zusammen. Der Picker selbst wird meist aus Holz, Gusseisen oder Stahl gefertigt und ist über einen Fußhebel oder eine Schubstange mit einem Treiber oder Kurbelarm verbunden, um eine Dreh- oder Schwingbewegung in den kräftigen, kontrollierten Schlag zu übersetzen, der nötig ist, um das Schiffchen mit Geschwindigkeit fortzuschleudern.

Auf den meisten Schiffchenwebstühlen sind zwei Picker auf gegenüberliegenden Seiten des Webstuhls montiert, jeder schlägt das Schiffchen bei jedem Schuss. Der Picker auf der Einlaufseite trifft zuerst das Schiffchenbrett und beschleunigt es über die Kette; wenn das Schiffchen die ferne Kante erreicht, greift der gegenüberliegende Picker an und kehrt seine Bewegung um. Der Zeitpunkt und die Kraft des Schlags sind entscheidend: zu schwach und das Schiffchen bleibt in der Kette stecken; zu stark und es schießt über, prallt auf Blatt oder Gestell. Industriewebstühle laufen mit Geschwindigkeiten von 100 bis 200 Schüssen pro Minute oder höher, daher muss der Pickermechanismus präzise und robust sein.

Die Schlagfläche des Pickers wird wiederholten Schlägen ausgesetzt und muss Dellen und Ausbrüchen widerstehen. Viele Picker sind mit Leder, Gummi oder Kork belegt, um die Kraft zu verteilen und Lärm und Stoßbelastung zu verringern. Die Verbindung zum Treiber ist oft ein einfaches Scharniergelenk oder Bolzengelenk, und der Arm selbst verjüngt sich zum Schlagende hin, um die Trägheit zu verringern und schnellere Beschleunigung zu ermöglichen. Mit der Zeit verschleißt oder reißt die Schlagfläche auf, was die Qualität des Schusses beeinträchtigt und Vibrationen sowie Lärm am Webstuhl erzeugt.

Der Begriff Picker leitet sich von der Aktion ab: er wirft das Schiffchen, wie man eine Saite zupfen könnte. In älterer Webeliteratur wird er manchmal Pickerarm oder einfach Arm genannt. Der entsprechende Begriff bei Webstühlen ohne Schiffchen (wie bei Projektil- oder Luftstrahlwebstühlen) ist weniger gebräuchlich, da diese Maschinen andere Eintragsmethoden nutzen, aber die funktionale Rolle ist ähnlich: dem Schussmittel auf kontrollierte, wiederholbare Weise Schwung zu verleihen.

Der Picker ist eine der am meisten beanspruchten Komponenten eines Schiffchenwebstuhls und sein Zustand wirkt sich unmittelbar auf Gewebequalität, Webstuhllärm und Häufigkeit von Schussbrüchen aus. Die Wartung umfasst typischerweise Sichtprüfung auf Oberflächenschäden, regelmäßigen Wechsel des verschlissenen Belags und Ausrichtungskontrolle, um konstante Aufschläge auf das Schiffchenbrett zu gewährleisten.

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